Gota Go Home!

Seit dem letzten Eintrag ist die meiste Zeit erstaunlich wenig passiert, zumindest bis zum Wochenende. Die Eskalation ist ausgeblieben, die Ausgangssperre wieder aufgehoben, und die Regierung ist schlicht auf Tauchstation gegangen und schien die ganze Sache aussitzen zu wollen, ohne auch nur so zu tun, als hätte sie irgendeinen Plan oder würde irgendwas unternehmen, um die Situation in den Griff zu kriegen. Zwischendurch ist der Präsident kurz aufgetaucht um sein komplett ausgetauschtes Kabinett vorzustellen, aber da es den Protestierenden vor allem um ihn selber und seine Familie geht, haben das alle als das billige Ablenkungsmanöver zur Kenntnis genommen, das es ist.

Das Protestcamp “GotaGoGama” (“gama” ist Sinhala für “Dorf”) gegenüber dem alten Parlament existiert weiterhin, jeden Tag gibt es Proteste, die Schlangen an den Tankstellen und Gasflaschen-Ausgabestellen sind kilometerlang und die Preise explodieren vor sich hin. Als wir hier angekommen sind, hat eine 12.5kg-Flasche Gas knapp 1500 Rupien gekostet; im letzten Dreivierteljahr ist der Preis auf offiziell 4500 und auf dem Schwarzmarkt mittlerweile z.T. über 12000 gestiegen. Interessanterweise haben die Stromausfälle bei uns fast komplett aufgehört, während sie in anderen Bezirken weiter gehen, wenn auch nicht ganz so krass wie es zwischendurch mit 13h/Tag mal war. Ob ein Politiker hier in die Nachbarschaft gezogen ist oder das nahe Krankenhaus und die großen Supermärkte an der selben Straße Druck gemacht haben, man weiß es nicht. Immerhin hilft die Regenzeit sicher etwas, die Reservoire wieder aufzufüllen.

Meine Katachrese von neulich bezüglich der Krähen ist übrigens passender gewesen als ich dachte. Der (ex-)Finanzminister Basil Rajapaksa, der von der Familie als das Wunderkind aus den USA angepriesen wurde (er hat wie Gotabaya auch die US-Staatsbürgerschaft neben der srilankischen), der alle Probleme des Landes lösen würde, wird weithin wegen seiner peinlichen Talkshow-Auftritte verarscht. Schon auf Sinhala soll er ein ziemlich übles Gestammel von sich geben, aber sein Englisch kommt knapp mit dem eines durchschnittlichen Tuktukfahrers mit und ist ausgerechnet für den “Sohn Amerikas” völlig unwürdig. Der hat sich dann dieser Wochen ausführlich über so typische Finanzministerthemen wie Vogelschlag an der Luftwaffenbasis ausgelassen:

Seitdem wird er nur noch “Kaputa” genannt, “Krähe”, und unzählige Memes zirkulieren.

Motivwagen mit Krähe bei einem Demonstrationszug Superhelden und wie sie sie selbst geworden sind: Spiderman, Black Panther und Basil

Sein Bruder ist entsprechend der “Mynah”, das spricht sich auf Sinhala ähnlich wie “Mahinda”.

Und jetzt am Wochenende wurd’s schon etwas brenzlig. Zusammenstöße am Protestcamp, der Präsident hat mal wieder den Notstand ausgerufen, was alle für komplett illegal halten, und heute hat er dann Unterstützer mit Bussen herankarren lassen und ihnen einen Pep Talk gegeben, woraufhin die zum Protestcamp gelaufen sind und angefangen haben, alles kurz und klein zu schlagen und Leute zu verprügeln.

Mitglieder der Anwaltsvereinigung, die sich schon schon länger für die Protestbewegung einsetzt, haben hier sogar per Menschenkette versucht, die Angreifer fern zu halten, hat aber nicht gereicht. Menschenkette der Anwälte

Dafür hat es aber auch nicht lang gedauert, bis die Campbewohner zurückgeschlagen haben, und für einige Gota-Fans hat die Sache geendet wie den Nazis bei den Blues Brothers: im Beira Lake. Rajapakse-Unterstützer im Beira Lake

Einen Bus haben sie gleich noch hinterher geschmissen, den Rest davon haben sich die schon länger prominent im Protest vertretenen Baumaschinenfahrer zur Brust genommen. Bus → Beira Lake

Ein Parlamantarier der Regierungspartei hat sich angeblich erschossen, nachdem er aus seinem Auto gezogen wurde und dann in einem Haus umzingelt wurde, und einem Bürgermeister haben sie das Haus angezündet. Und noch während ich am schreiben war, ist PM Mahinda zurückgetreten.

Gota ziert sich noch. Die fürchten alle die Justiz, die sich mit Sicherheit für die Geschichte ihres “glorreichen” Sieges über die Tamil Tigers interessieren wird, wenn sie mal nicht mehr an der Macht sind und parlamentarische Immunität haben. Hätte Trump noch was zu sagen, säßen sie sicher schon im Flieger – irgendwas Richtung Hawaii könnte es aber schon noch werden.

Update: gegen 10 Uhr Abends habe ich aufgehört zu zählen, wie viele Häuser sie jetzt schon abgefackelt haben, aber das des Ex-Premierministers ist auch dabei. Irgendein Regierungsgebäude auf der Galle Road haben sie auch schon erstürmt, und eine Zeitung will einen Sonderflug aus Nigeria erspäht haben, der heute Nacht ankommen soll. Wird wohl vorläufig nix mit Hawaii.

Shit hitting the fan

Und wieder ein Moment, für den das Deutsche keine so treffende Metapher bereit hält.

Gestern habe ich noch kommentiert, die Fackeln und Mistgabeln kämen jetzt wohl langsam raus angesichts der weiter wachsensen Schlangen für Sprit und Gas (der Präsident verspricht seit Anfang des Monats, ab jeweils nächste Woche wär nun wirklich Ende damit, was niemand mehr ernst nimmt) und Stromabschaltungen, die mittlerweile 12 Stunden am Tag überschreiten. Gerade finde ich jetzt diesen Tweet:

Tweet: Urmensch mit Knüppel und Fackel; Text: DO YOUR PART! Protest by citizens against a corrupt government in Sri Lanka at Mirihana Jubilee Post Junction 31March 6.30pm to 7.30. Bring caveman torches & posters. LETS MAKE A STATEMENT AND SET AN EXAMPLE TO THE REST OF THE NATION!

Und so lief das dann – das erste Video ist von genau diesem Protest, die anderen beiden aus Nugegoda, ganz in der Nähe davon:

Bisher hielt sich das wohl noch halbwegs ins Grenzen, weil die Leute zu viel Arbeit haben. Jetzt ist Wochenende und das buddhistische Neujahr kommt, und prompt haben sie vor ein paar Stunden wieder eine nächtliche Ausgangssperre verkündet, um die Proteste klein zu halten. Die Leute haben echt die Schnauze voll.

Slow Motion Train Wreck

Mir fehlt auf Deutsch ein so passender Begriff für eine langsam sich anbahnende Katastrophe; der wäre gerade nötig zur Beschreibung der Situation in Sri Lanka, das mit einer Mischug aus Pech, Nepotismus und Inkompetenz gerade voll an die Wand fährt.

Vor zwei Wochen gab es schon Massenproteste gegen die Regierung wegen ihres Managements der diversen Krisen; am Tag darauf dann eine Fernsehansprache des Präsidenten, wo er außer “äh, bisschen Geduld noch bitte” nicht viel gesagt hat, seitdem köchelt die Stimmung so vor sich hin und immer mal wieder gibt’s irgendwo eie Blockade oder so. Der Präsident (der bei der sinhalesischen Mehrheit hauptsächlich als Kriegsheld beliebt ist, der den Bürgerkrieg mit der LTTE blutig beendet hat) ist übrigens der Bruder des Premierministers. Und des Finanzministers. Und des Ministers für Bewässerung (Sri Lanka hat eh eine komplett irrsinnige Zahl an Ministerien, die sich auch ständig ändert. Nicht übertrieben: ich kenne Leute, die ihre Unterwäsche länger benutzen als manche Minister hier ihren Posten bekleiden). Und der Onkel des Ministers für Jugend und Sport. Die meisten anderen Geschwister haben divere Direktorenposten in Regierung, Finanzkommissionen, Medien etc., damit ist eigentich alles gesagt, was man über Kompetenz und und Geldflüsse im Land wissen muss.

Auch ein Finanzminister vom Fach hätte sicher seine Probleme gehabt. Die wichtigsten Wirtschaftssektoren sind Teeanbau, Textilverarbeitung und Tourismus. Tourismus hat schon ab Ostern 2019 wegen der Terroranschläge riesige Einbußen gehabt. Als der sich gerade wieder am erholen war, kam COVID und hat ihn erstmal komplett lahmgelegt, zusammen mit den Großteil des Landes außer der Landwirtschaft. Textil ist zwar nicht ganz der Billigstmarkt wie z.B. Bangladesh sonder eher Edelmarken, die qualifiziertere Arbeiter brauchen und etwas weniger schlechte Arbeitsbedingungen bieten, die sich aber immer noch hervorragend als COVID-Brutstätte eignen. In der ersten Welle war ja völlige Ausgangssperre, in der zweiten dann die zwischendurch wieder geöffnete Textilindustrie als erste wieder dicht, weil da die ersten Cluster gefunden wurden.

Nachdem die Regierung die zäh anlaufende Impfkampagne in die Verantwortung der Armee gelegt hat, läuft die ganz gut, und die Wirtschaft hat sich mit der Öffnung in 2021 wieder langsam erholt. Militär ist halt das, was sie zweifellos können, und die Militärs können Logistik. Zwischendurch haben sie sich natürlich Sorgen um die Staatsschulden und insbesondere die negative Außenhandelsbilanz gemacht – ist für so einen Kleinstaat nicht so einfach, mal eben Geld zu drucken. Die geniale Lösung dafür war auch typisch militärische Kommandowirtschaft: quasi von einem Tag auf den anderen wurde im Juni 2021 der Import von Dünger und der Handel mit Pestiziden verboten und die Losung ausgegeben, die Landwirtschaft auf “100% bio” umzustellen. Das war tatsächlich so spontan, dass sie bereits unterwegs befindliche Schiffe mit Düngerlieferungen wieder heimgeschickt haben. Ohne dass sich irgendjemand darauf vorbereiten oder auch nur ein vernünftiges Getrenntsammelssystem für Biomüll hätte planen können kam das besonders bei den Teebauern, die einen Haufen Dünger brauchen, genauso gut an, wie man sich das vorstellt. Bis November haben sie den Plan dann wieder zum Großteil fallen lassen, aber Harnstoff darf weiter keiner importiert werden – was bei den gestiegenen Preisen ohnehin nicht so einfach wäre. Die Reisernte soll 2022 bis zu 50% niedriger ausfallen, beim Tee sieht es ähnlich schlecht aus, und die Außenhandelsbilanz wird auf keinen Fall besser davon. Stattdessen gehen die Lebensmittelpreise durch die Decke und viele Leute haben buchstäblich nicht mehr genug zu essen.

Nachdem die Landwirtschaft ordentlich was abgekriegt hat, kommt jetzt der große Hammer für die gesamte Wirtschaft und besonders den Tourismus – u.a. das britische Außenministerium rät schon von Reisen nach Sri Lanka ab. Offiziell geht es auch um COVID und Dengue, was ich nicht wirklich nachvollziehen kann, denn die Zahlen sind hier deutlich niedriger als in Europa und das Gesundheitssystem anders als noch im letzten Herbst keineswegs überlastet. Vor allem aber sind es die Stromausfälle und der Mangel an allen möglichen Brennstoffen und sonstigem importiertem Zeug. Die Lieferungen liegen alle im Hafen, aber die staatlichen Energieversorger sind derartig klamm, dass sie die nötigen Devisen nicht zusammenbringen und am Ende oft mehr as das das doppelte des ursprünglichen Preises zahlen müssen, weil irgendein Tanker wochenlang nutzlos rumgedümpelt ist und jeden Tag einen Haufen Ged gekostet hat. Warum die klamm sind? Die stellen alles mögliche Zeug unter Einkaufspreis zur Verfügung. Es gibt ein paar Subventionen für Kleinstverbraucher, aber der Löwenanteil geht an die privilegierten Export-Industrien. Normal hat der Staat da kein großes Problem, aus den Haushalt etwas zuzuschießen, aber die Steuereinnahmen sind unter dem Rajapakse-Clan auch erst mal um 30% eingebrochen. Das waren weniger die COVID-Ausfälle als die beliebten Steuersenkungen, offiziell begründet mit den üblichen Phrasen aus der Trickle-Down-Ideologie, inoffiziell wäscht natürlich eine Krähe der anderen die Hände, oder so ähnlich.

Das Problem mit den Devisen betrifft auch Sachen wie Medizin, was Touristen auch nicht so gut finden, insbesondere die älteren, die im Gegensatz zu den Backpackern und Surfern ordentlich Geld bringen. Speziellere Medikamente z.B. für Herzkrankheiten und Diabetes sind jetzt schon selbst für reiche Srilanker nicht zu haben, drum vermutlich für Touristen auch nicht.

Normalerweise hat Sri Lanka etwa 40% Wasserkraft-Anteil an der Energieproduktion, aber seit Mitte letzten Jahres regnet es zu wenig, deswegen stehen mittlerweile viele Anlagen still, um nicht die Reservoirs für die Landwirtschaft leer zu machen. Im Bezug auf Primärenergie ist das Land eh furchtbar abhängig von Importen:

Sri Lankas Energiemix

Deswegen gibt es jetzt täglich kilometerlange Schlangen an den Tankstellen und Gas-Shops, und zweimal täglich wird der Strom für 2-3 Stunden abgestellt. Schlaue Leute haben sich vorher einen Generator besorgt; u.a. bei Cristinas Büro gehört das zur Pflichtausstattung. Bringt nur nichts, wenn man das nötige Diesel dafür nicht bekommt. Ich erweitere jetzt meine USV mit einer oder zwei Autobatterien, um zumindest Computer und Monitor ein paar Stunden versorgen zu können; Ventilator geht dann halt nicht.

Eigentlich produziert unser Haus dank Solarpanels mehr Energie, als es verbraucht. Blöderweise hat es aber keine Batterien, und der einzige Wechselrichter, den das Ceylon Electricity Board zur Netzeinspeisung zulässt, ist abhängig von einer externen Synchronisation, d.h. einfach die Hauptsicherung ausschalten und das Ding autonom das Haus versorgen lassen geht auch nicht, selbst wenn die Panels den ganzen Tag auch bei Bewölkung locker genug für unsere paar Gerätchen erzeugen.

Man darf gespannt sein, wie das weiter geht. Einer unserer Nachbarn, der als Strafverteidiger ziemlich gut mit Politik und Wirtschaftsbossen vernetzt ist (“waren alle irgendwann mal meine Klienten, höhö”), meinte ganz locker, er würde ja nicht viel drauf wetten, dass das Land das nächste halbe Jahr “überlebt”. Ich hoffe, er meinte bloß die Regierung.

Eine Runde Gemaccer

Ich und mein Computer,
wir waren mal ein Team.
Plastik mit dem Apfel,
ich werd dich nie versteh'n!
Deichkind

Leos Schule macht einen auf BYOD, die Schüler brauchen also alle ihr eigenes Notebook in der Sekundarstufe. In der Grundschule haben sie alle in der Klasse Chromebooks und im Onlineunterricht ist Leo mit einem älteren Thinkpad mit Linux und XFCE4 sehr gut zurechtgekommen. Jetzt lautet die Policy “nur Windows oder Mac”. Da könnte ich mich ja schon länglich drüber aufregen, aber angesichts der Reaktion auf meinen Vorschlag, die semioffizielle Elterngruppe mal von WhatsApp auf was weniger datenkrakigerers zu verlegen (nämlich exakt null, sowohl von Eltern als auch Direktorat) habe ich momentan keinen Nerv, von Ferne auch hier den OS-Freiheitskämpfer zu geben.

Außerdem gab’s hier grad günstig MacBook Airs (MacBooks Air?) mit M1-CPU, die ja schon ganz cool ist, und ich habe selber lang kein aktuelles OSX bedient, von daher war ich auch mal neugierig und habe eins erstanden und rudimentär eingerichtet.

OMFG.

Beim Erststart kommen schon ein Haufen Fragen – alles halbwegs sinnvoll, aber auch nicht einfacher als aktuelle Linux-Distributionen. Sowas wie Plattenverschlüsselung ist wohl gar nicht erst vorgesehen?! Das macht ja selbst Windows besser. Schön auch, dass “English (Sri Lanka)” die einzig auswählbare Option ist, wenn man angibt, sich in Sri Lanka zu befinden. Abgesehen vom voreingestellten Sinhala, das man immerhin entfernen kann, aber kein Tamil (hätte man vielleicht noch hinzufügen können, hoffe ich zumindest). Dann will er eine “Apple ID” erstellen, das braucht man wohl. Alle Daten eingegeben, incl. Geburtsdatum, Telefonnummer und Email-Adresse (srsly?! 😡), und er will immer noch mehr: eine Rechnungsadresse, obligatorisch selbst wenn man “None” als Bezahlungsmethode (für was eigentlich?) auswählt. Da gibt er sich mit Fake-Daten zufrieden, verifiziert nur mit verschickten Codes, dass Email und Telefonnummer stimmen, meldet am Ende aber irgendwas in Richtung “Could not save your data” – man kann’s nicht wirklich lesen, weil der Dialog nur kurz aufpoppt und sofort wieder weg ist. Aber dann geht’s irgendwie trotzdem weiter, man erstellt seinen Account mit was anderem als dem dämlichen Standardvorschlag für den Benutzernamen und die Kiste läuft. Tolles Display, solang keine Sonne drauf scheint. “Eindeutig: Spielcomputer” hieß es beim Amiga immer angesichts des nicht entspiegelten Bildschirms.

Nachdem er dann eine Weile gelaufen ist, merkt er auch gleich, dass es da Software zu aktualisieren gibt. Auf die Notification geklickt, Apple-Store geht auf, und da ist auch schon ein “Update All”-Knopf. Sehr intuitiv. Daraufhin meint der Store, man möge sich doch mit seiner Apple ID einloggen. Die, die vorhin nicht geklappt hat, weswegen da jetzt “local” vorausgefüllt ist. Das mit dem Accountpasswort funktioniert schon mal nicht, also brauch ich wohl tatsächlich eine Apple ID, bloß um ein paar Systemprogramme zu aktualisieren. Zum Glück ist da ein Button “Create Apple ID”, der zu einem Formular führt, das dem beim Einrichten sehr ähnlich sieht. Alles ausgefüllt, brav die 2FA-Codes wieder verifiziert – Fehler: “We ran into a problem. Please try again later”. JA SUPER! Bloß nicht sagen, was das Problem war, das könnte den Benutzer beunruhigen! Trying again later funktioniert natürlich auch nicht. Gut, dass nur ein halbes Dutzend Apps zu aktualisieren war, denn der Login-Request, den man nicht erfüllen kann, kommt für jede einmal, ohne dass man das abbrechen könnte.

Gehen wir halt die Konkurrenz fragen. Google findet mir gleich eine Seite, wo man eine neue Apple ID per Browser erstellen kann. Wieder den ganzen Tanz mit SMS und Emails und Trallalla, und auf einmal sind wir nicht wirklich weiter aber ein bisschen klarer: das geht nicht, weil Leo zu jung ist! Ja hättet ihr mir das nicht verfickt noch mal gleich sagen können?! Vielleicht gleich bei der Eingabe des Geburtsdatums? Himmelarschundwolkenbruch. Nee klar, “Ein Fehler ist aufgetreten”. Aber das konnte Apple ja schon in den 90ern gut: “Die Anwendung wurde unerwartet beendet, weil Fehler -2 aufgetreten ist”.

Zwischendurch hab ich dann Leo per Safari an seinem Schul-Google-Account angemeldet, weil das erstmal wichtiger war als die Updates. Das ist vermutlich alles schön special-cased in Safari, so dass der Browser gleich mit der Frage kam, ob ich denn auch andere Anwendungen diesen Account benutzen lassen wolle. Wollte ich mal, und prompt sind Mail, Kalender, Notizen etc. damit eingerichtet. Das fluppt durchaus – kaum trägst du deine Daten zum Markte, bieten dir alle wunderschönen Komfort dafür!

Zurück zu der Apple ID. Man muss also wie ich lese einen Erwachsenenaccount anlegen und Kinder dann per “Family Sharing” irgendwie ins Boot holen. Immerhin, jetzt kann ich mich selber anmelden, nachdem ich das 20-Zeichen-Passwort fast auswendig kann, so oft hab ich’s eingegeben. Wie macht man nun dieses Family Sharing? Jahaaa, das wäre zu einfach, wenn man das jetzt auch per Browser könnte! Dafür braucht man Apple-Hardware. So ein Zufall, da hab ich gerade eine da. Ich muss also das Notebook erst mal mit meinem Account benutzen, dann damit Family Sharing an und Leo eine ID machen, und dann hoffen, dass ich diese Verknüpfung wieder lösen und stattdessen Leos ID benutzen kann.

Im Apple Store kann ich mich jetzt einloggen, nachdem ich einen per SMS empfangenen Code eingegeben habe. Leider ist das nicht der relevante Login fürs Family Sharing, und andere Apps dürfen zwar gleich auf den Google-Account zugreifen, aber den Apple-Account können sie wohl nicht gemeinsam benutzen. Na gut, also nochmal: Apfelmenü, System Preferences, Passwort, SMS, klappt. Jetzt hab ich da einen “Apple ID”-Knopf, und wenn ich den drücke, sagt er mir nicht direkt irgendwas über meine Apple ID, aber immerhin welche Apps iCloud benutzen. Sowas wie “Stocks”, “Home” und “Safari” z.B. – man frage mich bitte nicht, was das bedeutet, dass “Home” jetzt “iCloud benutzt”, ich habe keinen blassen Dunst. “Mail” benutzt iCloud angeblich nicht. Ich wüsste auch nicht, wozu, aber das kann man ja mal ausprobieren. Also Haken gesetzt, und schon soll ich mir eine @icloud.com-Adresse aussuchen, die, wie Apple mich warnt, nach dem Einrichten nicht geändert werden kann. Äh, was? Das muss dieses Immutable Object Pattern sein, von dem man immer hört. Unter dem Menüpunkt “Name, Phone, Email” kann ich aber mein Geburtsdatum ändern, wenn sich das mal ändern sollte, das ist nett von Apple. Wer braucht schon neue Email-Adressen? Das ist per Definition alles intuitiv und leicht bedienbar, das hätte meine Großmutter gekonnt, keine Frage!

Und dann poppt aus dem Nichts (gut, vielleicht hab ich was gemacht, aber wahrscheinlich hat bloß irgendwas festgestellt, dass ich jetzt iCloud kann) diese Nachricht auf:

Do you want to merge Safari with iCloud? Your information on this Mac will be uploaded and merged with the Safari stored in iCloud.

Was jetzt? Ich dachte eigentlich seit Ewigkeiten, Safari sei der Browser von Apple. Jetzt gibt es also ein Safari, das “in iCloud gespeichert” ist, und mit dem man unspezifizierte (alle!?) Informationen auf meinem Mac zusammenführen kann um … was genau zu erreichen? Ich vermute ja, es geht ihnen darum, Bookmarks etc. per iCloud zu synchronisieren. Aber während “kryptischer Jargon” wie, sagen wir

no matching key exchange method found. Their offer:
diffie-hellman-group14-sha1,diffie-hellman-group1-sha1"

mit maximal etwas Nachlesen klar zu interpretieren ist, kann man bei so einem Geschwafel wirklich nur raten. Diese seit über siebeneinhalb Jahren unbeantwortete Frage ist entsprechend auch das einzige, was man dazu so findet.

Wie ich übrigens den Screenshot von der Dialogbox gemacht habe? Na das geht ganz einfach auf dem Mac, Command-Shift-3 natürlich! Nicht so komplizierte Sachen wie “Druck” oder “PrtSc” auf Frickelbetriebssystemen. Man muss nur auf die Tastatur schauen, dann nochmal schauen, ein bisschen fluchen, Google fragen, einen Blog-Rant drüber schreiben, damit man sich das auch merken kann, und schon geht das. Intuitiv. Wenn man das gemacht hat, erscheint ein Thumbnail davon irgendwo beim Mülleimer. Wenn man da draufklickt, öffnet sich brav ein Malprogramm, wo man ihn zurechtschneiden und per Mail verschicken kann. Das macht da natürlich ein JPEG draus, während der Screenshot selber (immerhin!) ein PNG ist. Dafür kommt aber ein schönes WUSCH! in räumlichem Stereo aus dem Lautsprcher, wenn die Mail raus geht. Prioritäten!

Mit dem Family Sharing bin ich immer noch nicht wirklich weiter. Zwar habe ich das anschalten können, aber ich bin immer noch der einzige in der Familie. Der Versuch, Kinder hinzuzufügen (Partner sind wohl nicht vorgesehen), führt hierzu:

Cannot connect to iCloud. Try again later.

Wie man an der fetten Schattierung sehen kann, liegen da ca. 30 identische Dialoge übereinander. Davon geht nämlich ca. alle zwei Sekunden einer auf, wenn man den ersten nicht sofort wegklickt, und zwar während die Internetverbindung vollkommen OK ist. Es gibt bestimmt einen einleuchtenden Grund dafür, den OSX mir aber rücksichtsvoll verheimlicht. Klickt man sie weg, wird man wieder zum Play Store geschickt, um endlich doch eine Bezahlmethode einzutragen. Völlig klar, Leute ohne Kreditkarte sollten keine Kinder haben dürfen.

Parental Consent: to provide consent to create this child account, a payment method is required. You can add a payment method by going to the App Store on this Mac.

Mal sehen, ob ich dazu in absehbarer Zeit den Nerv habe. Bis dahin arbeitet Leo halt unter meinem Account 🤦

Mutantenstadl

COVID mal wieder, man redet ja kaum über was anderes. Hier war seit dem Wiederaufflammen in Minuwangoda im Herbst nie so richtig Ruhe, aber eigentlich ging das Leben relativ normal seinen Gang. Man konnte an den Strand fahren (das ist jetzt seit der X-Press Pearl-Katastrophe eh gestrichen), radeln gehen, einkaufen, und die Schulen waren wieder offen. Aber seit die diversen Mutanten v.a. aus Großbritannien und Indien hier angekommen sind, geht’s steil aufwärts:

COVID-Fälle 02/2020–06/2021

Die Intensivstationen sind seit Mai komplett voll, so dass auch der anfangs komplett unwillige Präsident dem Druck der Public-Health-Experten nachgeben und sowas wie eine Ausgangssperre verhängen musste. Das heißt, Ausgangssperren gibt’s ja keine mehr, weil irgendwem aufgefallen ist, dass das verfassungswidrig wäre. Jetzt gibt’s das selbe in grün unter dem schön verfassungskonformen Namen “Reisebeschränkungen”. In grün deswegen, weil sich die Strategie geändert hat: wahrscheinlich hat jemand gesagt, von Deutschland lernen heißt siechen lernen, und jetzt fahren wir hier auch so eine Verwirrungsstrategie, damit das Virus nie weiß, mit welcher neu durchs Dorf getriebenen Sau es morgen zu tun haben wird.

Erst hieß es, die Reisebeschränkungen™ würden ganz ganz strikt und nur die essenziellen Dienste aufrecht erhalten. Dann stellte sich raus, dass so einiges mehr als “essenziell” gilt als letztes Jahr – z.B. unser Nachbar, der Zuckerwassermarketinggedöns für Coca-Cola macht, geht jeden Tag ins Büro weil die ganze Firma eine Genehmigung zum weitermachen hat. Ganz klar, ohne Coke geht die Wirtschaft zugrunde. Oder zumindest die Freundschaft des Chefs mit wesentlichen Regierungsmitgliedern.

Letztes Jahr kam man sich z.T. wie in einer Geisterstadt vor; jetzt gibt’s manchmal sogar weiter Stau auf den Hauptstraßen. Dass sie jeden Tag die Zahl der wegen Ausga– ‘schuldigung, Reisebeschränkungsverstößen verhafteten an die Presse geben, hat nicht viel dran geändert, dass sich bei so vielen Ausnahmen auch Leute dazwischenmogeln, die eigentlich noch weniger essenzielles zu tun haben als Zuckerwasser zu verkaufen. Auch nicht, dass sie Polizei an die Straßen stellen und gefährlich aussehen lassen. Bei so einer Straßensperre wie aus dem Lehrbuch würde man in Deutschland vermuten, dass sie mindestens einen IS-Anführer suchen: eine Spur blockiert, im Hintergrund ein Chef mit Lametta an der Uniform, zwei bis drei Bewaffnete, die Leute rauswinken, und 20m weiter steht noch einer mit Flecktarn, Sonnenbrille und beiden Händen an der Kalaschnikow. Aber an martialisches Auftreten wegen Pillepalle gewöhnt man sich halt schnell.

Vorgestern haben sie sich bunte Aufkleber für kontrollierte Autos einfallen lassen. Die Kriterien, nach denen die zu kontrollierenden ausgewählt werden, sind wohl bei allen Polizisten ziemlich ähnlich, so dass am Ende immer die selben an jeder Straßensperre kontrolliert wurden und die anderen gar nicht. Den Tag zuvor hatten sie angefangen, irgendwelche Aufkleber zu verteilen, bis ihnen aufgefallen ist, dass die Leute ihre Aufkleber ja nicht nachts abmachen, so dass man am nächsten Tag nicht weiß, wann jemand kontrolliert wurde. Das war ihnen wirklich nicht klar, hat der Polizeisprecher so gesagt:

Police Spokesman DIG Ajith Rohana said a new sticker with a different colour will be issued today, which will be valid only for the day. He said the Police were able to identify the shortcomings of the system that was introduced yesterday, with it being rectified and implemented today.

Jetzt muss man zum bescheißen zumindest einen Block Post-It und eine Schere kaufen.

Außerdem hieß es, der gesamte öffentliche Verkehr inklusive Taxis (d.h. auch Tuktuks) würde eingestellt – vermutlich ist es den verantwortlichen Superhirnen kurzzeitig entfallen, dass eher wenige Beschäftigte bei den essenziellen Diensten einen fahrbaren Untersatz haben. Unklar war dann, ob das rechtzeitig jemandem aufgefallen ist, oder ob sie das bloß den Transportunternehmen mitzuteilen vergessen haben, jedenfalls gab’s ganz normal Taxis dieser Tage.

Zwischendurch wird immer mal wieder laut darüber nachgedacht, ob man “lockern” sollte (schätze, das Wort hat in Deutschland mittlerweile Chancen auf den Titel “Unwort des Jahres”), was dann angesichts der nicht zurückgehenden Fallzahlen zum Glück nicht passiert. Mittlerweile verharren die mit ca. 3000 am Tag immer noch Größenordnungen über dem Niveau vom letzten Jahr. Es bleibt also auf niedrigem Niveau spannend.

So, jetzt muss ich aber auch mal wieder Radl-Content bringen, genug des absurden Theaters.

Freedom Frei's

Ich hab mich getäuscht mit der Ausgangssperre: sie haben sie tatsächlich wieder aufgehoben! So generell jedenfalls; ein paar infektiösere Gebiete haben immer noch eine, aber das ist jetzt sehr stark beschränkt, z.T. sogar auf einzelne Hochhäuser, die sie jetzt isolieren. Und nachdem Colombo wegen der Bevölkerungsdichte natürlich der große Infektionsherd ist, haben sie die Western Province abgeriegelt – man darf nur noch rein, aber nicht mehr raus.

Mittlerweile haben sie auch die Testkapazitäten deutlich ausgebaut. Von Anfang März hatte ich von jemandem gehört, der sich mit diversen Leuten vom Gesundheitsministerium unterhalten hat, dass sie dachten, ein Labor reicht schon. Genaugenommen eine Person – die Aussage war so etwa “ja, das testen macht bei uns der Dr. XY vom Medical Research Institute”. Ende des Monats hatten sie dann immerhin schon drei Krankenhäuser dafür ausgerüstet, und jetzt machen sie so um die 70.000 Tests pro Woche. Immer noch gut 1/4 der Kapazität in Deutschland, aber OK: PCR-tests 2020/11/11

Mit Glück sind wir dann im März wieder wo wir vor 6 Wochen schon waren. Allerdings war die Prognose auch schon mal bei Juni, es wird also wohl schneller besser als gedacht: COVID-19 trend

Déjà Curfew

Seit Donnerstagnacht haben wir mal wieder Ausgangssperre. Nachdem Sri Lanka mittlerweile monatelang eine Oase der Gesundheit gewesen war und die letzten Ansteckungen außerhalb der Quarantänezentren irgendwann im Juli gemeldet worden waren, hat eine Textilfabrik mit diversen Kontakten nach Indien die Pandemie jetzt wieder zurück gebracht, und diesmal sieht es so aus, als hätten sie die Sache wirklich außer Kontrolle geraten lassen.

Vom 20.3. bis 28.6., gut drei Monate, war ja hier schon mal Ausgangssperre, und wenn ich so Berichte wie aus Melbourne lese, muss ich mich schon ein bisschen wundern.

“I think it’s hard to think of another community anywhere else — I think internationally as well — that’s been so stoically accepting of the very strict restrictions they faced,” said Paul Strangio, a professor of politics at Monash University in Melbourne. “They’ve made a decision, Victorians, that health had to be put first.”

Das war voll hart in Melbourne, liest man da. Schulen, Geschäfte und Kirchen zu, man durfte ohne Erlaubnis nicht mehr als drei Meilen von zu Hause raus, zuerst nur eine Stunde am Tag, dann später zwei, und nachts war Ausgangssperre.

Die Regeln in Sri Lanka waren etwas einfacher: “Ihr geht nicht aus dem Haus. Nein, auch nicht gassi oder joggen oder so. Gar nicht.” Klar gab’s Ausnahmen, i.W. drei:

  1. du arbeitest irgendwas essenzielles
  2. du musst dringend zum Arzt, zur Apotheke oder zum nächsten Geldautomaten
  3. du gehst zur Polizei, um dir eine Erlaubnis zu holen

Ich habe mir zweimal ein Permit geholt, um auf die Bank zu gehen, weil wir unsere Miete ein Jahr vorauszahlen müssen, und da gab’s ein Überweisungsproblem – sowas ging dann schon. Aber sonst war wirklich kein Mensch unterwegs, und allein auf den etwa 4km zur Polizei waren drei Straßensperren, wo sie einen auch wirklich angehalten und gecheckt haben. Anfangs hieß es noch, die Supermärkte sollten ein paar Tage die Woche öffnen dürfen, aber es hat sich schnell herausgestellt, dass das die ohnehin nicht sonderlich ausgeprägte Fähigkeit der Sri Lanker zum Social Distancing vollends zunichte macht, und wenige Tage später waren die auch zu und Essen gab’s nur per Lieferservice. Das hat erstaunlich gut funktioniert. Zumindest den ersten Monat musste man zwar das meiste im Paket kaufen, weil sie’s personell und technisch nicht hingekriegt hätten, individuelle Bestellungen im Internet entgegenzunehmen, zusammenzustellen und auszuliefern, aber das wurde mit der Zeit auch besser. Das war dann anfangs immer “Große Gemüsetüte (10kg)” oder “diverses Obst” und man konnte sich überraschen lassen. Selbst für meinen Begriff monströse Mengen an Chili waren immer dabei, aber die sind wir leicht an die Nachbarn losgeworden – so weit haben wir das Haus dann schon verlassen können. Die Kinder konnten in der Sackgasse ohne Durchgangsverkehr meistens eine Stunde am Nachmittag raus, die hätten sonst echt durchgedreht.

So haben sie die erste Welle relativ schnell zum verebben gebracht, mit gut 2000 Kranken und 13 Toten (dazu kamen über die Wochenn immer noch diverse infizierte Srilanker, die sie aus dem Ausland zurückgeholt haben, aber keine lokale Ansteckung mehr). Den Leuten geht es immer noch nicht gut und ich habe keine rechte Ahnung, wieviele die offiziell zur Verfügung gestellten Hilfen von irgendwas um die 40% vom jeweiligen Lohn wirklich erhalten haben. Aber bei den geringen Krankenhauskapazitäten (vom testen ganz zu schweigen) wäre alles andere sicher deutlich schmerzhafter gewesen.

Irrerweise haben sie jetzt wieder zum Teil mit dem selben Bullshit angefangen wie im März: erst mal angekündigt, dass die Läden ein paar Tage offen bleiben, dann bevor der erste überhaupt geöffnet hätte festgestellt, dass das doch “nicht praktikabel” sei. Ach nee. Am Donnerstag hieß es noch, Ausgangssperre bis Montag früh. Die einzigen, die das geglaubt haben, waren ein paar Neuankömmlinge, die das halbdutzendmalige “ab nächste Woche dürft ihr wieder raus”–“ah nee, jetzt doch noch nicht, wartet noch ne Woche”-Spiel vom Juni noch nicht kannten. Jetzt ist natürlich schon mal eine Woche verlängert.

In den Monaten ohne Community-Ansteckung sind ein Haufen Leute sehr unvorsichtig geworden v.a. was Masken angeht, und die erwähnte Texilfirma hat auch ganze Arbeit geleistet: statt ihre auffällig hustenden Arbeiter mal zum testen anzumelden, haben sie wahrscheinlich geglaubt, es gibt ja in Sri Lanka eh kein Covid, kann ja alles nicht so schlimm sein. Die Vorstellung von einer Betriebsschließung für den Fall dass doch was gefunden würde hat sie in diesem Glauben sicher noch bestärkt. Jetzt sind es innerhalb von ein paar Wochen mit über 5000 aktiven doppelt so viel Infizierte wie in den ganzen Monaten vorher. Von da her wird es bei der Woche auch nicht bleiben.

Poya Day

Einmal im Mondmonat, zum Vollmond, ist hier “Poya Day”, ein buddhistischer Feiertag, wo kein Alkohol und kein Fleisch verkauft werden darf. Unser Supermarkt um die Ecke löst das so: Poya day at SPAR

Aber ganz wie beim Karfreitagsfisch wird das Verbot natürlich so wörtlich wie möglich genommen: Fleisch wird keins verkauft, aber von Wurst steht nichts in den heiligen Schriften!

Dass das “panierte Hühnchen” im obersten Fach kein totes Tier enthält, würde ich ihnen gerade noch abnehmen.

Engrish

As long as I don’t have anything original to write, why not have an Engrish post again?

Let’s start with some Burmese signage: toilet for foreigner and usual person I’m not sure whether I’d rather be in the “usual” or the unusual category. If I had a choice that is.

high class toilet FOC gentle foreigners.

nuclear catastrophe overcome pagoda I literally have no idea what this is, although not unexcpectedly the sign is quite famous

addvertising In Sri Lanka: add your add, we write it write.

beuaty Just beuatiful.

love in laos I’m sure these Korean students at Vientiane airport want to say something like “I ❤️ Laos”, but it comes across more like a dating trip.

no sit down If you ever need to demonstrate the significance of commas …

paridise I assume “paridise” is a lovely birthplace? Good that someone took it upon themselves to correct the spelling though.

re pail shep One mighty slack cruiser you have there.

Back to our beloved Chinese made products:

absorb wall Almost an apt description.

am yakuza Today’s output of the Random Soccer Player Name Generator.

bar respect is mueaqy I never knew what bar respect is. TIL.

building blocks of registering Hah! Your Blade of Darkness and Cloak of Hiding are no match for my Blocks of Registering!

color baby You mean my baby should become a racist, right?

ersurenstlater vest I didn’t know they still made ersurenstlater vests in the US.

house circles the bead When you’re 3+ you should get what’s circling what here.

i health new espousing Espousing the way of lift.

liminted ironman3mkvii What a coincidence to find this ulntra-nare liminted Iron Man on Vientiane’s night market!

mariboro Greetings from the maddyslexic hatter!

matingwadufs You’re mating with what?

mufti purpose suckers For sucking off all kinds of muftis.

ninja tortoises This is one of the rare cases where the knockoff is more technically correct than the original!

no use design Also, not to be used for the other use!

nobleness hard seat Someobody please explain to me why they don’t simply copy the signs instead of going to such lengths to come up with silly though occasionally perfectly spelled ones of their own.

notionol Notionol usually makes softie brokers, but they also dabble in the electrical installation business.

representative of fashion leading Everybody has heard of XX, right? It’s what literally all the women have these days.

rosting house Where the chicory comes home to rost.

selfie stick Edible selfie sticks! (for small values of edible)

strengthened the special curvature of fat burn Be careful, while the fat burn you might accidentally your g-spot!

the jorld is in my inind Is that what the kids are calling it these days?

Kollateralzensur

Offiziell sollte die Social-Media-Blockade schon wieder aufgehoben sein, aber das Memo haben wohl noch nicht alle Provider bekommen. Und die üblichen Kollateralschäden gibt’s natürlich auch, gerade habe ich mit OpsGenie einen gefunden, das ist an der Arbeit unser Alarm-Router für’s Server-Monitoring:

OpsGenie-Block

Der Connection Reset kommt mit einer anderen TTL als die restlichen Pakete von denen, da pfuscht also mit Sicherheit jemand dazwischen. Gut, dass das nur bei Dialog so ist – mein Handy habe ich bei Mobitel, und da funktioniert’s. Wäre doof, Arbeitswerkzeuge über TOR routen zu müssen.