Porn Phone

Leo war gestern auf einem Kindergeburtstag von zwei Mitschülerinnen. Die Mutter von den beiden kannte ich zwar so vom sehen, aber ich wusste bisher nicht, wie sie heißt: sie hört auf den schönen Thai-Vornamen Jiraporn (จิราภรณ์).

Bei jemandem, der regelmäßig mit Jira arbeiten muss, sorgt das natürlich für nur mühsam unterdrücktes Gekicher; dabei ist der Name ganz harmlos (wenn auch für Atlassian-Geschädigte von einer eigenen Ironie) und heißt nur sowas wie “gesegnete Jira”. Auch andere Kombinationen wie Chaiyaporn (“Sieges-Segnung” – eine idiomatischere deutsche Übersetzung verkneif ich mir mal. Reicht ja schon, wenn ich wegen meiner Überschriften auf den Zensurlisten in der Kategorie “nicht jugendfrei” lande) oder Amporn (“heimliche Segnung”) sind ziemlich häufige Namen.

Man (also die Thais) kann das noch steigern. Warum man z. B. ein anscheinend für die Haut gedachtes Olivenölderivat “Höfliche Segnung” nennen muss, erschließt sich mir nicht wirklich, aber die machen das: Supaporn

Der Grund für die unfreiwillige Witzischkeit™ ist die Tradition in Thailand, Wörter nach britischer Aussprache zu romanisieren und dabei gelegentlich noch die Länge der Vokale unter den Tisch fallen zu lassen. Das r dient dabei nur dazu, dass es /pʰɔn/ statt /pʰon/ heißt, aber nicht /pʰɔːn/ und schon gar nicht /pʰɔɹn/. Die Laoten machen das mehr französisch und hängen dafür unnötigerweise stille e an; hier schreibt man das selbe Wort “phone”. Auch ab und zu ganz lustig:

Kai Am Phone Hm, also ໄ່ກ່ (Kai) heißt Huhn. Warum jetzt die Laoten ihre Hühner heimlich segnen und anschließend ein Gasthaus danach benennen, ist mir noch unklarer als die Sache mit dem Olivenöl, aber man muss ja nicht alles verstehen.

Ach übrigens, habt ihr schon was gespendet? Nein? Dann aber auf jetzt!!!1elf