Team Dai Challenge 2018, Day 1

Dieses Jahr bin ich gar nicht dazu gekommen, das gebührend anzukündigen, drum geht es gleich los mit dem Bericht von der Straße: die Team Dai Challenge 2018 ist heute losgegangen!

Unsere gesponsorte Organisation ist dieses Jahr APL+, die Association for People Living With HIV/AIDS. HIV-Behandlung ist in Laos, wie man sich denken kann, ein besonderes Problem, wen schon die medizinische Grundversorgung so schlecht ist. Antiretrovirale Medikamente gehören zu denen, wo Pharmaunternehmen zwar immer noch dicken Reibach mit machen, die aber trotzdem auch ohne Patentzahlungen "schwarz" hergestellt noch richtig teuer sind, so dass viele der Patienten sich die einfach nicht leisten können. Weitverbreiteter Aberglauben führt zu einer Stigmatisierung der Leute in ihren Dorfgemeinschaften, und dass sich die Regierung immer noch schwer tut, zuzugeben, dass HIV überhaupt ein Problem ist, macht die Situation auch nicht einfacher. Die APL+ betreibt Lobbying zu dem Thema um die Politiker zu sensibilisieren und organisiert außerdem Ausbildung und Arbeitsmöglichkeiten für Patienten.

Nachdem wir im Vorfeld schon fleißig Spenden eingeworben und Tombola-Tickets verkauft haben (Spenden sind natürlich weiter willkommen, aus Deutschland am besten an IBAN DE27711500000024685927 oder PayPal teamdai@towiski.de), ging's heute also wie üblich im Morgengrauen los.

Bei Sonnenaufgang waren wir schon auf dem Weg aus Vientiane raus. Sonnenaufgang aus Vientiane raus

Nachdem alle noch frisch waren und einen 30er Schnitt auf Asfalt hingelegt haben, hatten wir den auch bald hinter uns gelassen. Er ging allerdings schon weiter als erwartet – da muss ich gleich mal wieder die mittlerweile asfaltierten Ausfallstraßen in OSM nachtragen. Dirt Roads

Auf bestimmt 10km hat uns ein übler Smog verfolgt. Dem Geruch nach hätte ich auf brennende Müllkippe getippt, aber so großflächig wie das war, ist da wohl eher eine Brandrodung außer Kontrolle geraten. Smog

Begenungen unterwegs: ich bin mir nicht sicher, ob sie auf dem Karren fahren durfte, weil sie am stillen ist, oder ob das ein Special zum internationalen Frauentag ist. Stillen auf dem Karren

Etwa 10 km vor dem Ziel wollten wir zu zehnt bloß in einer kleinen Bude mit Kühlschrank auf ein paar Nachzügler warten. Das Beer Lao konnten wir aber auch nicht so stehen lassen … Biiier!

Jetzt hätten wir eigentlich gedurft: alle am Ziel in Thabok. 120 km mit flachen 240 Höhenmetern – morgen wird's deutlich steiler wenn auch nicht so viel wie letztes Jahr. Ziel in Thabok

Veröffentlicht am Donnerstag, 8. Mär 2018  um 15:43:00

Tags: rad, reise

Team Dai Challenge 2017: Video

Ach ja, wir sind ja auch angekommen in Luang Prabang, aber das Gruppenbild vor dem alten Palast musste ich mir erst noch kopieren:

Team Dai am Königspalast

Da Lorenz' Computer mit grad so viel Speicher wie mein Handy mit Videoschnitt etwas überfordert war, hab ich dieses Jahr das Team-Dai-Video gemacht. Nachdem ich völlig kompetenzfrei angefangen hatte, hab ich jetzt zumindest die Basics von Blender drauf. Nicht gerade intuitiv, aber das wäre auch das erste Videoschnittprogramm, das mehr als ein paar vorgefertigte Effekte kann und von dem man das behaupten könnte. Da sieht man ähnlich deutlich wie bei Texteditoren den Unterschied zwischen "benutzerfreundlich" und "anfängerfreundlich". Nach ein paar YouTube-Tutorials ging's aber ganz gut. Bitteschähn:

(Hier auch noch in 1080p)

Wir haben übrigens mit den Spenden für die Quality of Life Association gerade die 10.000 €-Marke genommen. Nicht ganz proportional zu den gefahrenen Kilometern im Vergleich zum letzten Jahr, aber immerhin eine Steigerung. Vielen Dank an alle Spender!

Veröffentlicht am Montag, 27. Mär 2017  um 07:41:00

Tags: land, reise

Team Dai Challenge 2017, Tag 5

Ich muss mich korrigieren bezüglich des chinesischen Gentleman-Bikers gestern: das war kein Trike sondern ein echtes Fahrrad, bloß mit recht hoch angesetzten "Not-Stützrädern", die das Ding am Umfallen hindern sollen, wenn es steht. Als es im dunklen in der "Garage" stand, konnte man das nicht so richtig erkennen. Hier sieht man das noch mal komplett. Ich durfte auch mal eine Platzrunde drehen – reichlich gewöhnungsbedürftig, aber wenn es mal in Schwung ist, fährt es erstaunlich gut. Bild hat's leider nur vom Besitzer:

China-Reiserad

Dann gleich wieder Berge hochklettern in der Morgensonne. In Phonsavan war es früh noch eine ganze Weile unangenehm kalt gewesen, aber Phou Khoun war angenehmer, obwohl es hier angeblich das ganze Jahr über nicht so heiß wird.

Team Bergauf

Bei Gelegenheit gibt's noch Bilder aus einer ordentlichen Kamera: zweites Begleitfahrzeug war nämlich schon vom zweiten Tag an das von Michael aus Belgien, mit seinen Eltern drin. Die hatten ihm, spontan wie sie mit ihren um die 70 so sind, kurzfristig angekündigt, dass sie vorbei kommen, da war die Tour aber schon geplant und so sind sie zu diesem Job gekommen, der ihnen aber offenbar Spaß gemacht hat, trotz des Geeiers mit der fehlenden Genehmingung.

Fotos vom Team

Unterwegs hat Pany, Leos Fußballcoach und Fahrer im Begleittruck, noch diese Maden irgendwo aufgetrieben, die man aus einer Art Bambus rauspuhlen muss. Durchaus lecker.

Maden zum essen

Wie üblich großes Hallo am Straßenrand.

Familie winkt

Zum Abschluss gab's erst mal 50 km kleinere Hügel, dann eine fantastische Abfahrt über 20 km, und fast die ganze Höhe auf der anderen Talseite wieder rauf. Das ganze auf der Nationalroute 13, die früher die einzige Verbindung nach Luang Prabang war, aber heute wegen einer neueren und weniger kurvigen Straße nur noch sehr wenig befahren wird. Angenehm zu fahren, aber in den Tälern schon höllisch heiß. Schattentemperaturen haben wir keine, aber einer mit Thermometer im Fahrradcomputer hat 42 Grad gemessen.

Endlich in Luang Prabang: Willkommen im Joma-Café; Ginny, die eigentlich auch die ganze Strecke fahren wollte, aber nach dem zweiten Tag wegen Herzproblemen ausgestiegen ist, arbeitet für die und hat das organisiert.

Team-Dai-Kuchen

Veröffentlicht am Montag, 13. Mär 2017  um 23:29:00

Tags: land, reise

Team Dai Challenge 2017, Tag 4

War ein anstrengender Tag heute. Knapp 130 km mit ca. 2300 Höhenmetern, was sich landschaftlich aber voll gelohnt hat.

Abfahrt in Phonesavan Vor der Abfahrt in Phonesavan.

Baumblüten Blühende Bäume an der Strecke

Aussicht Schon in der Provinz Luang Prabang

Panorama Panorama

Downhill Traum-Downhills. Nicht so die Sorte zum 70 fahren und hoffen, dass keine großen Schlaglöcher kommen, sondern enge Serpentinen, die man relativ gemütlich runterrauschen und sich dabei die Berge angucken kann.

Selbstbautrike Am Abend im chinesischen Hostel in Phoukoun haben wir noch diesen Typen getroffen, der mit seinen schätzungsweise Mitte 60, weißem Hemd, Weste und Goldrandbrille Typ "asiatischer Intellektueller" so überhaupt nicht nach Radler aussieht und in Wirklichkeit der Hardcore-Radreisende ist. Sein Trike, mit dem er von Yunnan in Südchina bis hierher gefahren ist und worin er normal auch schläft, hat er aus Edelstahl und Fahrradteilen selbst gebaut. Es wiegt leer 130 kg, mit Gepäck an die 200. Was er mal gearbeitet hat und wie er auf die Idee kam, haben wir nicht mehr rausgekriegt, will er nur Chinesisch spricht. Die meiste Kommunikation ging über die Wirtin, für das nach Lao übersetzt hat und Gabor aus Ungarn, der von seinen vier Jahren China noch ein bisschen was kann.

Veröffentlicht am Samstag, 11. Mär 2017  um 22:10:00

Tags: land, reise

Team Dai Challenge 2017, Tag 3

Kurze Zusammenfassung, ist schon spät.

Phostück Frühstück mit Pho und Reis

Regen im Truck Um wieder nach Tha Vieng zu kommen, wo wir gestern schon hin wollten, müssten wir noch ein paar Stunden Truck fahren, das war ein Riesenumweg. Dabei ging natürlich gleich erst mal ein Wolkenbruch runter.

Unter der Plane Zum Glück ist auch da schnell Abhilfe geschaffen. Diese Planen gibts überall auf dem Märkten.

Staub Abwechselnd Regen und Staub, wie üblich.

Kokosbiker Witzige Begegnung unterwegs: zwei verrückte Thais im vollen Radler-Ornat aber mit Helmen aus geschnitzter Kokosnuss.

Nach dem Downhill Nach dem Mittagessen endlich los, direkt 900m Aufstieg und eine fette Abfahrt.

Aussicht Die Aussicht ohne Radler im Weg

Sonnenuntergang Radeln in den Sonnenuntergang, ließ sich leider nicht vermeiden, weil der Lastwagen so lang gebraucht hat.

UXO affected areas in Laos Nach der Ankunft in Phonsavan noch schnell ein Besuch bei der Quality of Life Association, die wir sponsoren. Die haben da eine kleine Ausstellung zu ihrer Arbeit, z.B. diese Karte, wo in Laos nicht explodierte Munition rumliegt …

UXO Victims … sowie die traurige Liste der Opfer von ein paar Monaten des letzten Jahres hier in der Provinz.

Veröffentlicht am Samstag, 11. Mär 2017  um 00:05:00

Tags: land, reise

Team Dai Challenge 2017, Tag 1+2

Ich sitze gerade mit 15 mann auf einem Pritschenwagen Richtung Pakxan und habe ein bisschen Zeit zum bloggen. Lastwagen nach Pakxan

Gestern war ich zu fertig, um noch mehr zu machen als ein paar Fotos rauszusuchen. Nachdem ich im Flugzeug nicht geschlafen hatte, ging das ins Bett gehen gegen 15 Uhr deutscher Zeit zum Glück ganz gut. Halb fünf dann wieder aufstehen, noch die Lampen und den Fahrradcomputer ans neue Rad umbauen, um die andern am Patouxai zu treffen und um sechs zu starten. Es fährt sich schon besser an kühlen Morgen, obwohl es die Tage noch angenehm bewölkt ist.

Werbeeinblendung Lorenz macht Werbung für Hinterncreme. Noch braucht sie keiner, aber heute Abend wird das schon anders aussehen.

Nach Norden raus über Tha Ngon und Hat Kiang war noch alles asfaltiert, dann ging es los mit den Dirt Roads. Erste Rast

Die waren so 30 km auch ganz akzeptabel. Dann wurde es etwas technischer bis stellenweise unpassierbar für den Durchschnitts-Mountainbiker. So sieht das aus, wenn die Regenzeit weniger freundlich mit der Straße umgegangen ist und sie zeitweise in ein Flussbett verwandelt hat. Was man da nicht so gut sieht, sind die z.T. metertiefen ausgewaschenen Spalten zwischendrin. Praktischerweise ist diese hier schon ein paar Jahre in dem Zustand, so dass sich nebendran einige schöne Singletrails gebildet haben. Kaputte Landstraße

Sturz Technisch auch etwas anspruchsvoller. Mein blaues Auge, wo ich etwas spontanen Bodenkontakt hatte, hat sich heute erst richtig ausgebildet.

Schussfahrt Ging ziemlich aufwärts, aber dafür gabs vor dem Etappenziel Long Xan auch noch eine ordentliche Abfahrt.

Alte Laotin Kurz vor dem Ort noch eine witzige Begegnung. Eine extrem bucklige Frau schlecht zu schätzenden Alters wollte unbedingt mit uns reden. Als wir schon die besten Lao-Sprecher vor schicken wollten, stellte sich raus, dass sie ordentlich Englisch spricht - gerade bei Leuten in dem Alter extrem selten. Sie hatte vor 40 Jahren mal in Australien gewohnt. "I was number six, nine brothers and sisters. Today, I'm the last one. All these are their grandchildren. I have back pain, leg pain, bad ears, all kaputt. But I'm happy here."

Speisekarte Endlich im Guesthouse. Wenn man die Speisekarte mit Alligator und lecker pikantem Eichhörnchenhack anschaut, merkt man! die tiefe Provinz ist nur eine Rad-Tagereise entfernt.

Reisfelder Am nächsten Tag gings um halb sieben los. Landschaftlich schon sehr schön …

Steigung … aber auch bald sehr anstrengend. Hier ging es noch asfaltiert hoch, das hatte sich aber auch nach ein paar Kilometern erledigt.

Panorama Dafür immer noch hübschere Aussichten.

Grundschule Man merkt, dass in den Dörfern hier selten was los ist. Unser kommen war ein Riesenspektakel, hier schaut die ganze Grundschule an der Straße zu.

Schiebestrecke An solchen diesen Steigungen zieht sich die Gruppe immer sehr auseinander, so dass dann immer schon das halbe Dorf auf den Beinen ist, wenn der erste durch ist.

Zuschauer Auch hier in Viengkeo hat sich gleich ein Haufen Zuschauer eingefunden.

Kinder Wenn man genau hinschaut, sieht man hier schon den Unterschied im Aussehen zu den Lao: hier ist Hmong-Gebiet. Die Hmong leben außer in Laos auch in Vietnam, China und (wohl noch nicht so lang) Thailand und haben ein schwieriges Verhältnis mit den meisten anderen Völkern da. Ursprünglich stammen sie aus dem Bergland, wo sie sich wohl wegen der Malariafreiheit angesiedelt hatten, und sind keine Buddhisten sondern Animisten. Damit waren sie den Leuten aus dem Tiefland immer schon suspekt und hatten entsprechend unter Rassismus zu leiden. Im Vietnamkrieg haben sie sich wahrscheinlich nach dem Motto "der Feind meines Feindes" auf die Seite der USA gestellt und hatten damit nach dessen Ende erst Recht bei den Siegern verkackt. Die meisten laotischen Flüchtlinge in den USA sind Hmong, und einer der dortigen Anführer wollte die hier immer wieder aufflammenden Unruhen in den 90ern sogar zum Sturz der Regierung nutzen. Heute werden gern mal chinesische Geschäftsleute oder auch Arbeiter von einem der diversen Staudammprojekte überfallen, woraufhin die Regierung üblicherweise das Militär schickt und auch wenig Interesse hat, dass dessen Methoden allzu öffentlich werden.

Aus diesem Grund kamen auch gleich der Ortsvorsteher und ein paar Polizisten an und meinen, wegen "Problemen" ginge hier ohne Sondergenehmigung erst mal nix weiter. Die hatte uns niemand gesagt dass wir bräuchten (wir hatten schon Long Chieng von der Route gestrichen, weil die Genehmigung so schnell nicht zu bekommen war), deswegen hatten wir keine, und umkehren war die einzige Option. Das hätten wir zurück nur radelnd nicht mehr geschafft, deswegen haben wir uns zwei kleine LKW gechartert, was hier zum Glück recht einfach ist, und die fahren uns und die Räder jetzt nach Pakxan.

Schade. War aber trotzdem eine sehr schöne Etappe. Und beim warten auf die Verhandlungen mit den Dorfoberen war noch Zeit zum fotografieren.

Kind mit Teller

Mit der Aussicht auf mehrere Stunden auf der ziemlich überfüllten Ladefläche haben sich alle noch schnell im Dorfladen mit Kissen eingedeckt. War eine ziemlich gute Idee.

Kissenkauf

Veröffentlicht am Donnerstag, 9. Mär 2017  um 21:31:00

Tags: land, reise

Team Dai Challenge 2017: geht los

Logo Team Dai Ein Jahr ist es schon her seit der letzten Tour, und die Vorbereitungen für die Team Dai Challenge 2017. sind wieder im Gange. Diesmal ist es das 10-jährige Jubiläum der Tour und wir haben eine besondere Route, sowohl was die Anstrengung als angeblich auch die Schönheit angeht: VientianeLouangphabang1 via Long Cheng.

Und so sieht sie aus, die Route: 600 km in 5 Tagen mit bis zu 4500 Höhenmetern pro Tag!

Team ໄດ້ 2017

Quality of Life Association Einen guten Zweck gibt's natürlich auch wieder, und zwar diesmal die Quality of Life Association Xieng Khouang. Die arbeiten mit Behinderten, insbesondere Streubombenopfern und deren Communities in der Provinz Xieng Khouang, um denen eine medizinische Versorgung, Prothesen, Ausbildung und einen Lebensunterhalt zu ermöglichen.

In Deutschland ist das ja nahezu unbekannt, was in Laos während des Vietnamkriegs los war und bis heute ist. Offiziell war das Land bis 1975 noch Königreich und am Krieg gar nicht beteiligt. Allerdings hatten sie mit den Pathet Lao ("Laotische Nation"2) auch ihre eigene Guerrilla, die mit den Nordvietnamesen eng zusammengearbeitet hat. Der Ho-Chi-Minh-Pfad, über den die Nordvietnamesen ihren Nachschub organisiert haben, lief zu einem großen Teil über die östlichen Teile von Laos. Darum haben die USA ab 1962 sowohl mit der royalistischen Regierung als auch antikommunistischen Guerrillas zusammengearbeitet, die ausgebildet und große Teile des Landes mit Bombenteppichen überzogen. Damals hatte sich die Ansicht noch nicht so durchgesetzt, dass man bei Bedarf einfach irgendwo hinfliegen und Leute bombardieren darf, da haben Pedanten noch auf Formalitäten wie eine Kriegserklärung Wert gelegt. Darum hat die CIA das vor der Öffentlichkeit und größtenteils sogar dem eigenen Kongress geheim gehalten.

Long Cheng, wo wir auch vorbei fahren, ist der Ort aus "Amerikas Geheimer Krieg in Laos" (auf Englisch "The Most Secret Place on Earth"), von dem aus die CIA die meisten Bombardierungen und Ausbildung der Guerrilla organisiert hat und der dadurch zeitweise zur zweitgrößten Stadt in Laos wurde, aber auf keiner Karte verzeichnet war. Unglaublich eigentlich, dass das so geheim geklappt hat, bei der Dimension der Operation: es finden sich etwas widersprüchliche Zahlen, ob das jetzt etwas mehr oder etwas weniger Bomben waren als von allen Alliierten zusammen im zweiten Weltkrieg über Europa abgeworfen wurden, aber die Größenordnung ist die gleiche, etwa zwei Millionen Tonnen. Im Schnitt eine Flugzeugladung alle acht Minuten, 24/7, über neun Jahre hinweg.

Einiges davon waren so Vierteltonner und größeres, deren Krater bis heute zu sehen sind. Xieng Khouang bomb craters by PhotAsia on Flickr, under CC BY LicenseBomb craters by
peacemaking.com

Davon gibt es auch noch haufenweise Blindgänger, aber obwohl die Leute gern mal versuchen, die selber zu entschärfen um sie als Altmetall zu verkaufen, ist das der einfachere Teil, sie davon abzuhalten. Ab und zu geht mal eine spontan hoch, aber das ist selten: Xepon bomb crater by Gergyl under CC BY SA License Meistens klappt das ja auch mit dem Entschärfen, wenn man's richtig macht. Die Reste sind derartig ubiquitär in den Provinzen, die werden z.T. als Baumaterial genommen. Hier in Vientiane sieht man das nicht so oft, aber dieser Zaun ist z.B. auf Leos Schulweg:

Munition Das hat sicher jemand aus der Provinz mitgebracht, denn hier in der Hauptstadt haben sie sie ja nichts direkt abgekriegt, aber außerhalb sieht man das oft.

Das schlimmere sind die Streubomben3. Die verteilen jede ein paar tausend Mini-Bomben über eine große Fläche, und üblicherweise explodieren ca. 30% der Teile nicht, zumal wenn man die in ein Reisfeld mit matschigem Untergrund wirft, und erst recht dann, wenn das aus geringer Höhe passiert, weil z.B. die Flugzeuge ihre Ziele nicht gefunden haben und vor dem landen in Thailand noch schnell irgendwo ihre Bomben loswerden mussten, damit die nicht den Flughafen platt machen, wenn bei der Landung etwas schief geht. Die müssen eine gewisse Fallhöhe haben, um die Zünder scharf zu schalten, und wenn man die unterschreitet, werden es auch mal 100% Blindgänger. Heißt natürlich nicht, dass die nicht nach ein paar Jahren im Boden doch scharf werden könnten und dann ihren ursprünglichen Zweck erfüllen: pro Stück in einem Radius von etwa 30 m alles umzubringen. So sehen sie dann aus:

Photo by peacemaking.com

Zu sehen sind sie eh nicht richtig, aber wenn sie denn jemand sieht, könnten es auch gut ein paar alte Petanque-Bälle sein. Petanque ist extrem beliebt hier; das ist das einzige Spiel, wo Laos zumindest in der Asien-Liga mal Goldmedaillen holt. Und die Kinder ziehen in den Provinzen eh ständig im Wald rum, deshalb gibt es da auch heute noch alle paar Wochen Verletze und Tote, wenn mal wieder eins einen "Ball" gefunden hat. Selbst wenn man da in extrem aufwändiger und gefährlicher Kleinarbeit die Munitionsräumer alles hat absuchen lassen, kann man immer noch nicht sicher sein: in den Reisfeldern können sie zu tief liegen, um gefunden zu werden, aber dann irgendwann wieder an die Oberfläche kommen, und woanders gelangen sie in der Regenzeit mit den Überschwemmungen auch wieder hunderte von Metern weiter auf schon geräumtes Gelände.

Von den Dingern liegen in Laos immer noch grob 80 Millionen in der Erde, und in den 20 Jahren, die internationale Organisationen hier räumen helfen, sind ca. 1% (ja, eins!) davon unschädlich gemacht worden. Laos hat auf ca. zwei Dritteln der Fläche von Deutschland weniger als sieben Millionen Einwohner, ist also sehr dünn besiedelt. Aber in den betroffenen Provinzen fehlt den Leuten trotzdem schlicht das Land, um genug Landwirtschaft zu betreiben. Was sie an Reisfeldern haben, wird bearbeitet, aber die zu erweitern, ist zu gefährlich. Deshalb arbeitet die Quality of Life Association auch nicht nur mit den Überlebenden sondern auch mit den ganzen Dörfern, denen sonst nur die Alternativen "zu wenig anbauen und arm bleiben" und "mehr umpflügen und vielleicht morgen draufgehen" bleiben.

Falls jemand was spenden will – ich schreib das ja hier nicht ausschließlich zur seichten Unterhaltung! – haben wir eine Spendenseite bei Gofundme. Allerdings wollen die auch ihre Prozente haben, drum bietet sich aus Deutschland eher eine Überweisung an; das geht dann zu 100% an die Stiftung. Mit dem Betreff "Team Dai 2017" an:

Matthias Bethke
IBAN DE27711500000024685927
Sparkasse Rosenheim


  1. Besser bekannt als Luang Prabang aufgrund der alten Schreibweise "ຫຼວງພຣະບາງ". Nach der Revolution 1975 gab's hier eine Rechtschreibreform, mit der viele unlogische bzw. nur aus der Etymologie verständliche Schreibweisen wie im Thai abgeschafft und insbesondere sämtliche R rausgeschmissen wurden, weil die Laoten die im Gegensatz zu den Thais sowieso nicht aussprechen. Nachdem ich kürzlich mein Perl-Modul für Lao veröffentlicht habe, das u. a. auch Romanisierung macht, nehme ich jetzt natürlich die Standard-Romanisierung der aktuellen. Außer natürlich bei Vientiane, denn mit "Viang-chan" kann ja niemand was anfangen. ↩

  2. "Pathet" sagt man allgemein als eine Art Präfix, wenn ein Land gemeint ist und nicht z.B. die Sprache – "Pathet Tai" ist Thailand, "Pathet Jalaman" Deutschland. ↩

  3. ABC hat darüber speziell in Laos eine Doku auf YouTube ↩

Veröffentlicht am Freitag, 27. Jan 2017  um 13:33:00

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Team Dai Challenge Video: jetzt aber!

Wieso sagt mir das denn keiner, dass man in Deutschland das Team-Dai-Video wegen dem üblichen Gema-Gehampel nicht sehen darf? Wie "Deichkind" schon sagte: Alles muss man selber machen lassen! Ich lass das dann mal meinen Server machen:

Veröffentlicht am Montag, 5. Sep 2016  um 12:51:00

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Team Dai Challenge Video

Das hatte ich ganz vergessen, es gibt ja schon eine Weile ein Video von der Fahrradtour. Auch wenn die Musik diesmal suckt: danke für's schneiden, Wolfgang! :)

Update: das hier sollte sogar in Deutschland gehen.

Veröffentlicht am Donnerstag, 5. Mai 2016  um 21:13:00

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Team Dai Challenge, Tag 4

Mein Telefon ist mit mir baden gegangen, deshalb gibt es dieses Update erst jetzt und schon wieder ohne Fotos. Mal sehen, ob da noch was zu machen ist, erst mal trocknet das auf der USV vor sich hin und ich hab einen Nokia-Knochen für nen Zwanni. Wie gut, dass es zumindest Signal für Chrome gibt.

Der letzte Tag war ein Kampf. Mein Magen war noch nicht wieder in Ordnung und die Hitze war schon wieder ziemlich infernalisch – so von der Art, dass man so schnell fahren und sich Wasser überschütten kann wie man will und der Wind fühlt sich immer noch so an, als würde einem jemand einen Fön ins Gesicht halten. So waren auch 95 km im Mekongtal noch reichlich anstrengend, trotz Pause an einem Restaurant am Nam-Ngum-Fluss, wo man reinspringen und sich sein Telefon ruinieren konnte. Es waren jedenfalls alle froh, als wir endlich am Patouxai waren. Danach gab's noch Snacks beim Keks-Sponsor Joma (auch bissl was ordentliches, nicht nur Kekse) und Ziehung der Tombola-Gewinner. Bis auf die paar Kilometer der fieseren MTB-Trails am zweiten Tag haben alle die volle Strecke geschafft.

Mein Hintern hat am dritten Tag schon aufgehört, weh zu tun, von daher muss ich jetzt nur noch meinen Magen gefixt kriegen und es kann weiter gehen :)

Update: die Gofundme-Seite bleibt noch eine Weile offen, so dass wir noch kein offizielles Endergebnis haben, aber mit der Tombola zusammen haben wir schon über $18.000 zusammen bekommen! Das ist ein Dreivierteljahr Budget für Vientiane Rescue, super!

Veröffentlicht am Dienstag, 8. Mär 2016  um 23:59:00

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Team Dai Challenge, Tag 3

Sehr heißer Tag mit knapp 130 km größtenteils Teerstraße. Meinem Bauch geht's mäßig, hoffe, das kommt bloß von dem vielen Zuckerzeug, das wir konsumieren und nicht von irgendeinem schlechten Wasser. Darum und weil ich mich nach einer Reifenpanne zu einer Aufholjagd mit drei verrückten Typen habe hinreißen lassen, die auch Time Trials fahren und mich auf 15 km mit gut 35er Schnitt ziemlich fertig gemacht haben, gehe ich jetzt aber schlafen; Fotos gibt's dann morgen.

Veröffentlicht am Montag, 7. Mär 2016  um 22:01:00

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Team Dai Challenge, Tag 2

Heute standen nur gut halb so viele Kilometer wie gestern auf dem Programm, aber dafür deutlich anspruchsvollere. Die ersten zwei hatten wir noch Teerstraße, bis zu diesem seltsamen Biergarten. Ob die kein Bier haben, nur das Bier nicht umsonst ist oder was sonst haben wir leider nicht erkundet. Free No Beer Garden Update: Irgendwas haben sie da wohl an der Transkription verbockt. Auf Lao steht da "Haan Fino". "Haan" heißt alles, wo man was kaufen kann, und "Fino" ist wohl der Name (bestimmt der hier. Da werden sie sogar jemanden gefragt haben, wie man "fii" schreibt, und der war es gewohnt, dass die "r" grundsätzlich weggelassen werden und hat ihnen das so aufgeschrieben. Ist mir kürzlich so ähnlich passiert, als mich beim Essen einer fragte, ob ich den "fai lai" haben will. Die zwei Wörter kenne ich zufällig auf Lao, "Feuer" und "sehr" oder "viel". Muss wohl was scharfes sein, dachte ich, und hab's mal bestellt. Der Fried Rice war dann nicht so scharf aber auch nicht schlecht :)

Kurz mit der Fähre über den Fluss – sieht man hier nicht so richtig, aber das war ein Holzbötchen mit Universal-Außenborder, über das sie eine Plattform gebaut und mit blechernen Wassertanks unterstützt haben. Geht prima. Fähre

Und dann gingen die Dirt Roads los. Zunächst noch flach im Tal, aber mit beeindruckender Landschaft. Ban Done, wo wir übernachtet hatten, liegt schon am Rand der Karstberge, die der geneigte Leser aus Vang Vieng kennen würde, wenn ich die Fotos von dort schon gepostet hätte. Die ragen mehrere hundert Meter hoch extrem steil aus der Ebene auf; gestern haben wie zwei junge Frauen auf Radtour von Südchina nach Vientiane getroffen, die erzählt haben, dass sie gerade einen Heißluftballon an so einem Berg haben hängen bleiben sehen. Die Leute hingen dann wohl mitsamt Korb da oben. Bin gespannt, wie die wieder runter kamen, denn Hubschrauber oder richtig gute Kletterausrüstung dürften die einzigen Möglichkeiten sein. Dirt Roads im Karst

Gab gelegentlich hübsche Aussichten, während die Straße langsam schlechter und steiler wurde. Aussicht mit Fluss Steile Straße Aussicht

Von den richtig schönen MTB-Trails (eigentlich die selbe Strasse, aber einige, die die kannten, hatten schon befürchtet, dass unser Pickup mit Vierradantrieb da nicht durch kommt) habe ich leider nur Video von der Lenker-Cam, das gibts später, wenn ich wieder am Computer bin. Ich hab mir da kürzlich so einen chinesischen GoPro-Clone gekauft, der ist für seine $60 echt geil. Die Software ist etwas simpler und ein paar Späss wie 4k-Video, 240fps und Fotos während der Video-Aufnahme kann sie nicht, aber dafür hat sie ein Display und schwimmt. Die Fotos sind subjektiv sogar besser, nur genauso umständlich wie beim Original, drum habe ich damit keine gemacht.

Veröffentlicht am Sonntag, 6. Mär 2016  um 17:56:00

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Team Dai Challenge, Tag 1

Heute ging's los mit der Tour: 23 Fahrer früh um 6 am Patouxai. Sehr unchristliche Zeit, aber es wird dieser Tage schon wieder ganz ordentlich heiß, so dass man schon besser früh los fährt. Außerdem waren gleich knapp 150 km angesagt, zwar anfangs flach am Mekong entlang, aber später auf Dirt Roads und hügeliger.

Hier sind wir schon auf halber Strecke grins

Zwischendurch gab es ab und zu Pausen, wo wir uns aus dem Begleitauto mit Flüssigkeiten, Obst und Keksen versorgen konnten (praktischerweise sponsort Joma's, ein hiesiges Café). Das war auch immer eine größere Attraktion für die Dorfbevölkerung. Pause

Rinderherden in staubigen Dörfern Kühe

Mal ein gutes Stück Straße Teerstraße fahren

Gepflegter Minimalismus bei laotischen Mopedfahrern Minimalmoped

Außer einem Platten die einzige Panne: ein kaputter Freilauf. Das Rad musste allerdings aufs Auto, das hat und erst am Ziel einer der lokalen Mechaniker/Improvisationskünstler gefixt, der mal eben aus einem Autoteil einen Ersatz für die gebrochene Feder gefrickelt hat. Panne

Biere am Ziel Bier

Veröffentlicht am Samstag, 5. Mär 2016  um 21:30:00

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Team Dai Challenge 2016

Logo Team Dai Es sind jetzt fast 10 Jahre, seit ich sowas zum letzten Mal gemacht habe, jetzt ist mal wieder Zeit für eine Charity-Tour! Diesmal mit den Fahrrad statt dem Auto: die Team Dai Challenge 2016. Team Dai (ໄດ) ist eine lokale Gruppe von Radlern, die diese Tour/Rennen jetzt zum neunten Mal ausrichten. Letztlich geht es natürlich um's gemeinsam ankommen, aber es werden schon Zeiten gemessen, und einige von den Jungs (und Mädels – die sind dieses Jahr erstmals sogar in der Mehrheit) sind ganz schön hart drauf. Ich war jetzt dreimal beim Training dabei; die ersten zwei waren wohl zum Eingewöhnen für die Anfänger, zügig aber nicht ungemütlich, während das letzte mit einem Schnitt von 26,5 mit Sicherheit meine schnellsten 120 km überhaupt waren.

Die Kilometer sind etwas bescheidener als letztes Mal: 450 km statt 16.000 – aber dafür haben wir ein höheres Spendenziel: wir wollen 10.000 US$ für Vientiane Rescue zusammenkriegen. Die sind in ganz Laos das einzige, was einem Verkehrsrettungsdienst nahe kommt, und kratzen mit einem Team komplett aus Freiwilligen jeden Monat hunderte von Leuten von der Straße. Die Krankenhäuser haben zwar auch alle ihre Ambulanzen, aber die wollen alle erst mal Geld sehen (so viel zum Thema Sozialismus™), bevor sie einen irgendwo hin fahren. Da das natürlich bei frisch verunfallten überhaupt nicht geht, werden die teuren Gefährte bloß für Krankentransfers von einem Krankenhaus zum anderen benutzt. Mit $ 10.000 können die fünf Monate lang ihren Sprit, Verbrauchsmaterial und die eine oder andere Reparatur bezahlen.

Also, falls noch jemand uneingelöste gute Vorsätze fürs Neujahr hat oder sonst sichergehen will, dass er mit ein paar Tagen Kippengeld garantiert ein paar Unfallopfer ins Krankenhaus bringt: Hier kann man spenden! Da gibt's übrigens auch eine interessante Reportage von AlJazeera über die. Einiges davon war mir auch neu; den Anteil von 80 %, die hier ohne Führerschein fahren, hätte selbst ich mir in meinen zynischsten Träumen nicht vorgestellt.

Seit mir dieser Kleinbus in Galapagos wieder eingefallen ist, hatte ich allerdings noch eine andere Idee. Feuerwehr Seligenstadt/Sta. Cruz Falls jemand Kontakt zu einem Rettungsdienst o.ä. hat, der auch gern so ein Fahrzeug spenden möchte: da würde ich auch noch mal zwei Monate Urlaub für nehmen und das überführen!

Veröffentlicht am Dienstag, 16. Feb 2016  um 19:52:00

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Radtour

Bevor es jetzt mit der Arbeit wieder los geht, habe ich letztes Wochenende noch schnell den ersten richtigen Ausflug aus der Stadt raus unternommen – hab ja bisher noch nicht viel gesehen von Laos. Also bin ich mit Frank, einem kürzlich angekommenen Kollegen von Cristina, aufs Rad gestiegen und wir haben uns am Mekong entlang einen Weg nach Süden gesucht. Vor allem seit ich rausgekriegt habe, dass OSMand auch die Satelliten- bzw. Luftbilder von Microsoft Earth als Kartenoverlay zeigen kann, sucht es sich ganz gut: wo es einen bekannten Weg gibt, lässt man sich leiten, und sonst guckt man, ob es da etwas gibt, das per Bergradl befahrbar aussieht.

Außerhalb der Stadt wird's recht schnell recht ländlich. Zehn Radlminuten von uns zu Hause liegen schon die Wasserbüffel im Matsch (das Bild ist von vor zwei Wochen; bei denen sind wir jetzt nicht vorbei gekommen): Wasserbüffel

Mountainbikes will man schon haben, sobald man sich von der Hauptstraße wegbewegt. Auch was als Landstraße kategorisiert ist, ist selten mehr als fester Schotter, und noch kleineres würde in Deutschland gerade noch als Behelfsfeldweg durchgehen. Feldweg

Mehr oder weniger gemütlich kommt man dann durch die Felder da hin, wo man auch auf der Hauptstraße hätte hin fahren können: die Lao-Thai Friendship Bridge, wo über den Mekong weg der Grenzübergang ist. Den haben wir links liegen lassen, denn wir haben bisher nur Single Entry Visa. Man soll in Nong Khai auf der Thai-Seite dufte einkaufen können, so exotisches Zeug wie Auflaufformen, das man in Vientiane nicht findet, aber dann hätten sie uns nachher nicht wieder rein gelassen.

Etwas weiter am Fluss entlang kommt man nach Thadeua, dem Ort, nach dem hier auch die Hauptstraße benannt ist. D.h. in Vientiane ist sie noch Hauptstraße mit zwei Spuren in jeder Richtung und richtig ordentlich asfaltiert, während sie sich kurz nach der Abfahrt zur Grenze wieder in eine kleine, staubige Dorfstraße verwandelt. Da sind wir nur noch wegen einer Sehenswürdigkeit hin gefahren, dem Buddha Park. Da hat in den 50er Jahren ein Künstler Dutzende von Buddha- und $HINDUGOTT-Statuen aus Stahlbeton hingestellt, von etwa 1m groß … Übersicht

… bis zu diesem 40m-Koloss: Riesenbuddha

Was hier aussieht, als hätte man einen Vietnamkriegs-Bunker ein bisschen verziert, ist der "Große Kürbis": Der Große Kürbis

Ich habe die religiöse Signifikanz von Kürbissen im Buddhismus noch nicht ganz verstanden, aber auf jeden Fall hat dieser hier drei Ebenen, die mit Figuren versehen sind und Himmel, Erde und Hölle darstellen. Na ja, grad so, wie man sich das vorstellt: freundliches Weibsvolk im Himmel (der fehlende Kopf rechts scheint eher eine Alterserscheinung zu sein) … Himmlisches Weibsvolk

… und ziemlich ungemütlich in der Hölle. Die Höllähhh!

Der Rückweg sollte dann über diverse wenig kartierte Straßen nach Norden vom Fluss weg und dann nach Westen über die Thatluang Marsh weg zurück gehen. Während die Wege bisher zwar rau aber durchaus gut befahrbar waren, musste jetzt natürlich ein kräftiger Regenschauer durchziehen. Der ließ sich bei einem Beer Lao in einer der ubiquitären Minischänken am Straßenrand zwar gut abwarten (nicht dass es nicht warm genug gewesen wäre, auch im strömenden Regen zu fahren, aber wenn man einen Grund sucht …), aber die weitere Strecke sah dann etwa so aus: Tu Matsch

Immerhin sind die vorher futschneuen Räder jetzt gut eingefahren :)

Gesamtstrecke knapp 65 km – normalerweise ein Nachmittagsausflug, aber bei dem Wetter und Straßen schon OK für den Anfang. Die nächste Tour Richtung Berge ist schon angedacht. Da muss man dann zwar übernachten, aber mit knapp 100 km einfach kommt man schon in Gegenden, die landschaftlich wie klimatisch ein bisschen vielfältiger sein sollten. Müssen wir auf jeden Fall noch machen, bevor die Regenzeit voll anfängt.

Veröffentlicht am Dienstag, 30. Jun 2015  um 01:02:00

Tags: reise

Eingezogen

Vorgestern sind wir jetzt endlich eingezogen. Das war noch eine ziemliche Rennerei, die Basics wie etwas Geschirr, Handtücher, Bettzeug, Putzlappen und so zu besorgen – bei 35 Grad im Schatten (gefühlte 43 laut irgendeinem Internet-Wetterdienst) und mit den üblichen Motorradtaxis.

Die kennen wir ja als Trisikad aus den Philippinen. Hier hören sie wie in Thailand auf den Namen Tuktuk und sind etwas mehr "customized": während die Filipinos normalerweise einfach ein dickes chinesisches Motorrad nehmen und einen größeren überdachten Beiwagen dranschrauben, bauen sie hier einen richtigen Rahmen, wo der Vorderteil von einem Motorrad mit Sitz und Tank dran kommt, und manchmal ein etwas größerer Motorradmotor oder aber einer von einem kleinen Auto. Da passen etwas mehr Leute rein, ohne sie wie in den Philippinen üblich gleich zu stapeln und auf dem Dach unterzubringen.

Laut, langsam und heiß sind sie genauso, und nervigerweise in Vientiane auch noch zu Wucherpreisen. In Cuba z.B. ist das ja normal (oder war es zumindest vor ein paar Jahren), dass es einen offiziellen Einheimischen-Preis gibt und einen Touri-Preis. Hier ist das nicht offiziell so, aber in touristischeren Bezirken sind sich die Fahrer offenbar alle einig, dass Falangs grundsätzlich das zehnfache bezahlen. So wird man leicht 40–50€ los, wenn man mehrere Fahrten am Tag machen muss. Jetzt haben wir immerhin geschafft, ein Fahrrad für Cristina zu besorgen und ein gebrauchtes Moped. Mein Fahrrad muss ich noch bestellen, weil ich was mit etwas besseren Komponenten wollte, als hier üblicherweise selbst bei dem Franzosen vorrätig ist, der den kompetentesten Fahrradhandel betreibt und nebenbei das nationale Radrennsportteam trainiert. Der hat zwar recht schicke Rennräder, aber an Mountainbikes nur den üblichen Ranz mit Shimano Acera und so, den alle fahren.

Jetzt fallen schon langsam ein paar nervige Details am Haus auf: die Fensterrahmen haben sie angestrichen und dabei großzügig auch gleich noch Farbe aufs Glas geschmiert, die wahrscheinlich nie wieder raus geht; die Waschmaschine ist genauso alt und ranzig wie die Moskitonetze, und ein paar Meter weiter am Flussufer ist eine kleine Müllkippe. Aber das wird schon. Also bis auf die Müllkippe jedenfalls. Die Gegend ist es schon wert. Hier der Blick von der Terrasse: Blick von der Terrasse … und aus dem Arbeitszimmer Richtung Thailand (der Mekong ist die Grenze): Aus dem Arbeitszimmer

Leo hat auch schon einen ganzen Haufen Kumpels gefunden. Bin gespannt, wann er richtig mit Lao anfängt. Kumpels

Doch, fängt schon ganz gut an :)

Veröffentlicht am Sonntag, 31. Mai 2015  um 00:00:00

Tags: reise

Angekommen

Wir sind da, mittlerweile seit etwa 24 Stunden. Die im Wetterbericht angekündigten Gewitter sind ausgeblieben, dafür ist es immer noch brutal heiß, obwohl die Temperatur seit März wohl schon deutlich zurückgegangen ist. Die Monsunsaison soll demnächst angfangen. Gestern haben wir uns erst mal im Hotel installiert und einen kleinen Rundgang gemacht; Leo würde am liebsten die ganze Zeit im Pool bleiben. Jetzt müssen wir uns gleich mal um eine Bleibe kümmern und ein paar Makler abklappern – Fotos gibt's später.

Veröffentlicht am Freitag, 22. Mai 2015  um 00:00:00

Tags: reise

Vorbereitet

Eine Woche waren wir in Bad Honnef; endlich habe ich das auch mal kennengelernt. Eigentlich gibt es seit etwa einem Vierteljahrhundert Vorbereitungskurse für "MAPs" ("Mit Ausreisende Partner" – viele der EHs, CIMler und allgemein MAs der GIZ pflegen eine TLA-Kultur, deren Penetranz annähernd proportional zu Dienstgrad mal Kehrwert des Lebensalters zu sein scheint), aber die letzten Male hat mir das niemand gesagt.

Irgendwer hat in den neunzigern mal eine Statistik gemacht hat, dass zwischen 20 und 50% aller Entwicklungshelfer, die ihren Projektplatz vorzeitig verlassen (also entweder kündigen oder den Chef überzeugen, dass die Bedingungen unerträglich sind und sie woanders hin versetzt werden wollen), das primär wegen Problemen der mitgereisten Partner tun. Das war dann der Anlass, auch nicht-Arbeitnehmern so einen Kurs angedeihen zu lassen, damit wir nicht irgendwann die Krise kriegen, wenn wir schon von Tropenklima und Sorge vor Malaria zermürbt nicht mehr damit klar kommen, dass alle unsere Nasen oder Haare anfassen wollen während der Partner als einziger irgendeine Anerkennung für seine Arbeit bekommt aber dabei selbst gestresst ist, weil den ganzen Tag mit $ANDERE_KULTUR zu kommunizieren viel anstrengender ist, als man jemals geglaubt hat. Von "was muss man für Bürokratie vorher erledigen?" über "wie kriegt man einen Kulturschock und was kann man dagegen machen?" bis "wie geht's den Kindern dabei?" haben wir die Woche eine Menge entsprechender Themen besprochen und ich bin jetzt tatsächlich zertifizierter MAP :) Zertifikat Bei den meisten Themen konnte ich zwar immer mal wieder wissend grinsen und berichten, wie mir dies und jenes schon mal untergekommen ist, aber am Ende war doch noch ein Haufen interessanter Infos und Austausch mit anderen dabei.

In diesem feudalen Anwesen direkt am Rhein gab's leider nur das Mittagessen: Uhlhof Blick über den Rhein

Das hing da an irgendeinem schwarzen Brett und ich fand's amüsant genug, das auch in schlechter Handyfotoqualität hier wiederzugeben. Working in Development Zwischendurch ist übrigens die zeitweise im Umzugschaos verschütt gegangene Kamera wieder aufgetaucht, so dass ich begründete Hoffnung auf bessere Bilder machen kann.

Veröffentlicht am Sonntag, 17. Mai 2015  um 00:00:00

Tags: reise

Auf gepackten Koffern

Der Dachboden ist vollgepackt, die Koffer auch, und auf letzteren sitzen wir jetzt noch bis zum 20. Mai. Also genau genommen bleiben die meisten Koffer schon hier während ich Cristina und Leo nach Bad Honnef für eine Woche Laos-Voerbreitungskurs folge, aber aus den anderen werden wir bis zur Ankunft in Vientiane jetzt leben.

Weil sich der Unterhaltungswert von Bildern gepackter Koffer in Grenzen hält, hier noch ein schöner Schnipsel aus der FAZ von heute:

La Resistance

Ich sehe schon die SEKs in den Krankenhäusern: "It became necessary to kill the patient to save her" oder so – nur um wieder den Bogen zu Indochina zu kriegen.

Veröffentlicht am Mittwoch, 6. Mai 2015  um 00:00:00

Tags: reise

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