Xayabouri Elephant Festival

Dieses Wochenende waren wir auf dem Xayabouri Elephant Festival. Eins von Cristinas Projekten hat da einen Stand und der deutsche Botschafter ist vorbeigekommen, insofern musste sie da mal nach dem Rechten sehen und Leo und ich haben die Gelegenheit genutzt, uns das auch anzuschauen.

Die Gegend von Xayabouri ist schon seit langem vom Holzeinschlag geprägt, was man ihr auch deutlich ansieht. Da wo noch Bäume zu finden sind, gibt es auch die derzeit meisten Elefanten in Laos, die da als Arbeitstiere gehalten werden. Und wie man das so macht mit Brauereigäulen, Kamelen oder Rundholzdickhäutern werden die einmal im Jahr ordentlich gefeiert, bunt geschmückt, dürfen allerlei Tricks herzeigen, und ihre Besitzer versuchen dafür irgendwelche Preise zu gewinnen während sie sich den Rest des Tages ordentlich betrinken.

Etwas seltsam ist die Veranstaltung schon. An sich soll das eine der größeren Touri-Attraktionen von Laos sein; das Fest zieht sich über eine Woche hin, jeden Tag gibt's irgendwelche Veranstaltungen, aber was wo wann, das ist nicht rauszukriegen. Ein englisches Programm sucht man eh vergebens, aber auch sämtliche Laoten, die wir gefragt haben, meinten bestenfalls, es gäbe da schon was, das sei aber alles auf Lao, und wenn man das dann angucken will (ein bisschen lesen kann ich's ja schon mittlerweile), dann ist es nicht aufzufinden. Das war nicht so schlimm weil wir eh nur Samstagmorgen bis Sonntagmittag hatten und in der Zeit auch gar nichts anderes vor als da am Festplatz/"Stadion" rumzuhängen. Weil da aber zeitweise so gar nichts los war hatten wir den Verdacht, dass wir gerade was verpassen, war aber angeblich nicht so.

Außer den offiziellen Veranstaltungen auf dem Festplatz war das ganze ein ziemlich großer Markt. Ca. 80% Chinaschrott vom Elefenten-Tshirt für 1€ bis zum Handy-Ladegerät, der Rest ist Essen und lokales Handwerk, hauptsächlich Weberei.

Und Spiele. Natürlich große Hüpfburgen für die Kinder, und für die Erwachsenen faszinierend provinzielles.

Hir kann man um eine Flasche Bier oder eine Kaffeemaschine Roulette spielen.

Roulette

Die üblichen Schießbuden sind natürlich auch vorhanden, aber die hier bietet etwas besonderes: hier kann man "Mädels Versenken" spielen. Hinter den vor blutigen Nasen schützenden Gittern tanzen sehr züchtig drei Teenager. Jede hat ein Blechherz neben sich, das es mit einem Ball zu treffen gilt, worauf sich eine Falltür unter ihr öffnet und sie in einen Wasserbottich fallen lässt. Geschäftsideen im Sozialismus™

Mädels Versenken

Aber eigentlich waren wir ja wegen der Elefanten da. Raufsteigen war eine ziemliche Abzocke.

Elefantenreiten

Zwischendurch mal baden gehen. Auf einem Elefanten kommt man um diese Jahreszeit auch trockenen Fußes über den Fluss. Badender Elefant 1 Badender Elefant 2 Elefant mit Mahout

Solche Vorführungen wie hier mit den Jungelefanten muss es wohl mehr gegeben haben, das haben wir uns dann aber nicht mehr angeschaut. Ich fand den Umgang mit den Elefanten jetzt nicht so tierquälerisch wie wir schon gehört hatten, aber ich möchte lieber nicht wissen, wie sie die trainieren. Elefanten-Vorführung

Die Brücke hat eigentlich mit garnix zu tun, die steht in Luang Prabang und ich habe sie nur vor dem Rückflug noch fotografiert. Die ist deswegen lustig, weil sie eine temporäre Brücke ist, die immer nur bis zur Regenzeit hält und nachher wieder neu gebaut wird, und das ist ein Feature, das auf OpenStreetMap nicht vorgesehen ist. Die wird immer eingetragen, und ein paar Monate später kommt wieder jemand und stellt fest, dass es da gar keine Brücke gibt, und löscht sie wieder. Bis zur nächsten Trockenzeit. Das war auch das erste Mal, dass wir sie mal in echt bewundern konnten.

Bambusbrücke

Veröffentlicht am Donnerstag, 22. Feb 2018  um 23:25:00

Tags: land

Saussure und die rote Limo

Mir fällt immer das Lieblingszitat meines Linguistikprofs über Saussures Semiotik ein, wenn ich hier auf der Straße diese Flaschen rote Limo rumstehen sehe: die Bedeutung eines Zeichens ergibt sich aus seiner Kernbedeutung und seinem Gebrauch im jeweiligen Kontext. Da gibt's nämlich zwei verschiedene Arten Flaschen, die sich hauptsächlich duch ihren Kontext unterscheiden, aber das erheblich:

Die Spirit-Limo

Spirit-Limo

Diese hier haben die Nachbarn vor unserem Hoftor in einen Pflanzkübel gestellt. Abgebrannte Räucherstäbchen, Bananen und Kerzen dabei lassen erkennen: die ist für die guten Geister. Manche der Spirits bevorzugen wohl Spirituosen, die dann in kleinen Schnapsgläschen abgestellt werden, aber wenn es was nichtalkoholisches sein darf, dann eigentlich immer rote oder gelegentlich fluoreszingelbe Limo.

Die Sprit-Limo

Sprit-Limo

Die andere Sorte steht immer scheinbar unmotiviert am Straßenrand, umgefüllt in Wasserflaschen, und zeigt eine illegale Tanke an. Zwar gibt es reguläre Tankstellen wie Sand am Meer und an den unmöglichsten Stellen1, aber trotzdem verkaufen viele kleine Lädchen auch nebenher noch Sprit in Kleinmengen. Es dürfte eine Kombination aus Steuerhinterziehung und Brandgefahr sein, das Verbot begründet, aber offenbar haben sie das Gesetz etwas überspezifisch geschrieben und den Leuten nur verboten, Spritflaschen zwecks Verkaufs an die Straße zu stellen. Wie gut, dass das Benzin von der Fanta kaum zu unterscheiden ist!


  1. Plausiblen Gerüchten zufolge hauptsächlich als Waschanlagen für chinesisches Geld aus dubiosen Quellen. Hier ist z.B. eine an einer furchtbaren Schlaglochpiste 200 m von der Hauptstraße weg, wo es deswegen genau null Durchgangsverkehr gibt. Wir fahren da öfter zum MTB-Training vorbei, aber ich habe noch nie irgendwen da tanken sehen. Kann mir niemand erzählen, dass die auch nur annähernd profitabel ist. ↩

Veröffentlicht am Samstag, 25. Nov 2017  um 14:10:00

Tags: land

Zensur in Thailand

Die Thais gehen mir langsam auf den Zeiger. Nicht nur sorgt deren Zensur-Infrastruktur hier ziemlich für übelste Paketlaufzeiten in die ganze Welt, sondern jetzt ist mir erstmals auch das hier aufgetaucht:

This site contains inappropriate content and information. Suspended by the
Digital Ministry for Economic and Social Affairs

Die blockieren mit dem Hinweis "Diese Website enthält unangebrachte Inhalte und Informationen. Blockiert vom Ministerium für Wirtschaft und Soziales" diese Seite der Chicago Tribune. Warum? Keine Ahnung. Normal sperren sie ja nur spöttische Kommentare über ihren König (Buddha sei mit ihm!), aber jetzt ist es vielleicht Hitler? Interessanterweise hat es zunächst einmal funktioniert, aber dann war die gesamte Chicago Tribune gesperrt. Offenbar sind die Analyse-Systeme zu langsam für Echtzeit, drum schauen sie erst mal nur die HTTP-Requests an, analysieren dann im Hintergrund das Ergebnis und sperren dann gegebenenfalls.

Gut, dass ich noch meinen VPN-Server habe.

Interessanterweise ist mir sowas von den Laoten noch nicht untergekommen. Laos kauft seine Internetbandbreite hauptsächlich in Thailand; Vietnam und China sind aber auch vertreten. Wobei die Chinesen für den Resale sicher eine Ausnahme von der Great Firewall machen müssen, denn deren internes Internet würde ja niemand sonst kaufen. Die Thais dagegen filtern einfach mal alles.

Veröffentlicht am Freitag, 7. Apr 2017  um 11:19:00

Tags: land, technik

Team Dai Challenge 2017: Video

Ach ja, wir sind ja auch angekommen in Luang Prabang, aber das Gruppenbild vor dem alten Palast musste ich mir erst noch kopieren:

Team Dai am Königspalast

Da Lorenz' Computer mit grad so viel Speicher wie mein Handy mit Videoschnitt etwas überfordert war, hab ich dieses Jahr das Team-Dai-Video gemacht. Nachdem ich völlig kompetenzfrei angefangen hatte, hab ich jetzt zumindest die Basics von Blender drauf. Nicht gerade intuitiv, aber das wäre auch das erste Videoschnittprogramm, das mehr als ein paar vorgefertigte Effekte kann und von dem man das behaupten könnte. Da sieht man ähnlich deutlich wie bei Texteditoren den Unterschied zwischen "benutzerfreundlich" und "anfängerfreundlich". Nach ein paar YouTube-Tutorials ging's aber ganz gut. Bitteschähn:

(Hier auch noch in 1080p)

Wir haben übrigens mit den Spenden für die Quality of Life Association gerade die 10.000 €-Marke genommen. Nicht ganz proportional zu den gefahrenen Kilometern im Vergleich zum letzten Jahr, aber immerhin eine Steigerung. Vielen Dank an alle Spender!

Veröffentlicht am Montag, 27. Mär 2017  um 07:41:00

Tags: land, reise

Zeichen und Wunder

… sie geschehen noch!

Halb fertige Straße

Kaum komm ich heim, haben die doch tatsächlich die lang ersehnte Straßenbefestigung halb fertig! Die ganze Spur von weit hinter unserem Haus bis vor zur Kreuzung ist betoniert. Heißt jetzt erst mal, dass wir drüben beim Wasserwerk parken müssen (die sehen das zum Glück sehr entspannt, wenn man ihr Betriebsgelände als Parkplatz missbraucht), weil auch geländegängigere Autos als unseres diese 30 cm-Betonschwelle mit auf der anderen Seite rausstehenden Armiereisen nicht schaffen, aber immerhin: in zwei Wochen soll's ganz fertig sein, und der Staub ist schon spürbar weniger geworden.

Was das leider auch heißt, ist, dass wir die Katzen gerade im Haus einsperren müssen. Vor anderthalb Monaten ist Dasha spurlos verschwunden, und die neue, die die Maeban gleich mitgebracht hat, war auch nach zwei Wochen wieder weg – und das bei reduziertem Verkehr draußen. Weggelaufen sind sie sicher nicht, überfahren ist auch unwahrscheinlich, da bleiben noch die chinesischen Straßenarbeiter. An deren Stelle würde ich ja auch lieber die fetten, geimpften Hauskatzen grillen als irgendwelche mageren Straßenviecher, die nach Müll schmecken.

Veröffentlicht am Freitag, 17. Mär 2017  um 23:10:00

Tags: land

Team Dai Challenge 2017, Tag 5

Ich muss mich korrigieren bezüglich des chinesischen Gentleman-Bikers gestern: das war kein Trike sondern ein echtes Fahrrad, bloß mit recht hoch angesetzten "Not-Stützrädern", die das Ding am Umfallen hindern sollen, wenn es steht. Als es im dunklen in der "Garage" stand, konnte man das nicht so richtig erkennen. Hier sieht man das noch mal komplett. Ich durfte auch mal eine Platzrunde drehen – reichlich gewöhnungsbedürftig, aber wenn es mal in Schwung ist, fährt es erstaunlich gut. Bild hat's leider nur vom Besitzer:

China-Reiserad

Dann gleich wieder Berge hochklettern in der Morgensonne. In Phonsavan war es früh noch eine ganze Weile unangenehm kalt gewesen, aber Phou Khoun war angenehmer, obwohl es hier angeblich das ganze Jahr über nicht so heiß wird.

Team Bergauf

Bei Gelegenheit gibt's noch Bilder aus einer ordentlichen Kamera: zweites Begleitfahrzeug war nämlich schon vom zweiten Tag an das von Michael aus Belgien, mit seinen Eltern drin. Die hatten ihm, spontan wie sie mit ihren um die 70 so sind, kurzfristig angekündigt, dass sie vorbei kommen, da war die Tour aber schon geplant und so sind sie zu diesem Job gekommen, der ihnen aber offenbar Spaß gemacht hat, trotz des Geeiers mit der fehlenden Genehmingung.

Fotos vom Team

Unterwegs hat Pany, Leos Fußballcoach und Fahrer im Begleittruck, noch diese Maden irgendwo aufgetrieben, die man aus einer Art Bambus rauspuhlen muss. Durchaus lecker.

Maden zum essen

Wie üblich großes Hallo am Straßenrand.

Familie winkt

Zum Abschluss gab's erst mal 50 km kleinere Hügel, dann eine fantastische Abfahrt über 20 km, und fast die ganze Höhe auf der anderen Talseite wieder rauf. Das ganze auf der Nationalroute 13, die früher die einzige Verbindung nach Luang Prabang war, aber heute wegen einer neueren und weniger kurvigen Straße nur noch sehr wenig befahren wird. Angenehm zu fahren, aber in den Tälern schon höllisch heiß. Schattentemperaturen haben wir keine, aber einer mit Thermometer im Fahrradcomputer hat 42 Grad gemessen.

Endlich in Luang Prabang: Willkommen im Joma-Café; Ginny, die eigentlich auch die ganze Strecke fahren wollte, aber nach dem zweiten Tag wegen Herzproblemen ausgestiegen ist, arbeitet für die und hat das organisiert.

Team-Dai-Kuchen

Veröffentlicht am Montag, 13. Mär 2017  um 23:29:00

Tags: land, reise

Team Dai Challenge 2017, Tag 4

War ein anstrengender Tag heute. Knapp 130 km mit ca. 2300 Höhenmetern, was sich landschaftlich aber voll gelohnt hat.

Abfahrt in Phonesavan Vor der Abfahrt in Phonesavan.

Baumblüten Blühende Bäume an der Strecke

Aussicht Schon in der Provinz Luang Prabang

Panorama Panorama

Downhill Traum-Downhills. Nicht so die Sorte zum 70 fahren und hoffen, dass keine großen Schlaglöcher kommen, sondern enge Serpentinen, die man relativ gemütlich runterrauschen und sich dabei die Berge angucken kann.

Selbstbautrike Am Abend im chinesischen Hostel in Phoukoun haben wir noch diesen Typen getroffen, der mit seinen schätzungsweise Mitte 60, weißem Hemd, Weste und Goldrandbrille Typ "asiatischer Intellektueller" so überhaupt nicht nach Radler aussieht und in Wirklichkeit der Hardcore-Radreisende ist. Sein Trike, mit dem er von Yunnan in Südchina bis hierher gefahren ist und worin er normal auch schläft, hat er aus Edelstahl und Fahrradteilen selbst gebaut. Es wiegt leer 130 kg, mit Gepäck an die 200. Was er mal gearbeitet hat und wie er auf die Idee kam, haben wir nicht mehr rausgekriegt, will er nur Chinesisch spricht. Die meiste Kommunikation ging über die Wirtin, für das nach Lao übersetzt hat und Gabor aus Ungarn, der von seinen vier Jahren China noch ein bisschen was kann.

Veröffentlicht am Samstag, 11. Mär 2017  um 22:10:00

Tags: land, reise

Team Dai Challenge 2017, Tag 3

Kurze Zusammenfassung, ist schon spät.

Phostück Frühstück mit Pho und Reis

Regen im Truck Um wieder nach Tha Vieng zu kommen, wo wir gestern schon hin wollten, müssten wir noch ein paar Stunden Truck fahren, das war ein Riesenumweg. Dabei ging natürlich gleich erst mal ein Wolkenbruch runter.

Unter der Plane Zum Glück ist auch da schnell Abhilfe geschaffen. Diese Planen gibts überall auf dem Märkten.

Staub Abwechselnd Regen und Staub, wie üblich.

Kokosbiker Witzige Begegnung unterwegs: zwei verrückte Thais im vollen Radler-Ornat aber mit Helmen aus geschnitzter Kokosnuss.

Nach dem Downhill Nach dem Mittagessen endlich los, direkt 900m Aufstieg und eine fette Abfahrt.

Aussicht Die Aussicht ohne Radler im Weg

Sonnenuntergang Radeln in den Sonnenuntergang, ließ sich leider nicht vermeiden, weil der Lastwagen so lang gebraucht hat.

UXO affected areas in Laos Nach der Ankunft in Phonsavan noch schnell ein Besuch bei der Quality of Life Association, die wir sponsoren. Die haben da eine kleine Ausstellung zu ihrer Arbeit, z.B. diese Karte, wo in Laos nicht explodierte Munition rumliegt …

UXO Victims … sowie die traurige Liste der Opfer von ein paar Monaten des letzten Jahres hier in der Provinz.

Veröffentlicht am Samstag, 11. Mär 2017  um 00:05:00

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Team Dai Challenge 2017, Tag 1+2

Ich sitze gerade mit 15 mann auf einem Pritschenwagen Richtung Pakxan und habe ein bisschen Zeit zum bloggen. Lastwagen nach Pakxan

Gestern war ich zu fertig, um noch mehr zu machen als ein paar Fotos rauszusuchen. Nachdem ich im Flugzeug nicht geschlafen hatte, ging das ins Bett gehen gegen 15 Uhr deutscher Zeit zum Glück ganz gut. Halb fünf dann wieder aufstehen, noch die Lampen und den Fahrradcomputer ans neue Rad umbauen, um die andern am Patouxai zu treffen und um sechs zu starten. Es fährt sich schon besser an kühlen Morgen, obwohl es die Tage noch angenehm bewölkt ist.

Werbeeinblendung Lorenz macht Werbung für Hinterncreme. Noch braucht sie keiner, aber heute Abend wird das schon anders aussehen.

Nach Norden raus über Tha Ngon und Hat Kiang war noch alles asfaltiert, dann ging es los mit den Dirt Roads. Erste Rast

Die waren so 30 km auch ganz akzeptabel. Dann wurde es etwas technischer bis stellenweise unpassierbar für den Durchschnitts-Mountainbiker. So sieht das aus, wenn die Regenzeit weniger freundlich mit der Straße umgegangen ist und sie zeitweise in ein Flussbett verwandelt hat. Was man da nicht so gut sieht, sind die z.T. metertiefen ausgewaschenen Spalten zwischendrin. Praktischerweise ist diese hier schon ein paar Jahre in dem Zustand, so dass sich nebendran einige schöne Singletrails gebildet haben. Kaputte Landstraße

Sturz Technisch auch etwas anspruchsvoller. Mein blaues Auge, wo ich etwas spontanen Bodenkontakt hatte, hat sich heute erst richtig ausgebildet.

Schussfahrt Ging ziemlich aufwärts, aber dafür gabs vor dem Etappenziel Long Xan auch noch eine ordentliche Abfahrt.

Alte Laotin Kurz vor dem Ort noch eine witzige Begegnung. Eine extrem bucklige Frau schlecht zu schätzenden Alters wollte unbedingt mit uns reden. Als wir schon die besten Lao-Sprecher vor schicken wollten, stellte sich raus, dass sie ordentlich Englisch spricht - gerade bei Leuten in dem Alter extrem selten. Sie hatte vor 40 Jahren mal in Australien gewohnt. "I was number six, nine brothers and sisters. Today, I'm the last one. All these are their grandchildren. I have back pain, leg pain, bad ears, all kaputt. But I'm happy here."

Speisekarte Endlich im Guesthouse. Wenn man die Speisekarte mit Alligator und lecker pikantem Eichhörnchenhack anschaut, merkt man! die tiefe Provinz ist nur eine Rad-Tagereise entfernt.

Reisfelder Am nächsten Tag gings um halb sieben los. Landschaftlich schon sehr schön …

Steigung … aber auch bald sehr anstrengend. Hier ging es noch asfaltiert hoch, das hatte sich aber auch nach ein paar Kilometern erledigt.

Panorama Dafür immer noch hübschere Aussichten.

Grundschule Man merkt, dass in den Dörfern hier selten was los ist. Unser kommen war ein Riesenspektakel, hier schaut die ganze Grundschule an der Straße zu.

Schiebestrecke An solchen diesen Steigungen zieht sich die Gruppe immer sehr auseinander, so dass dann immer schon das halbe Dorf auf den Beinen ist, wenn der erste durch ist.

Zuschauer Auch hier in Viengkeo hat sich gleich ein Haufen Zuschauer eingefunden.

Kinder Wenn man genau hinschaut, sieht man hier schon den Unterschied im Aussehen zu den Lao: hier ist Hmong-Gebiet. Die Hmong leben außer in Laos auch in Vietnam, China und (wohl noch nicht so lang) Thailand und haben ein schwieriges Verhältnis mit den meisten anderen Völkern da. Ursprünglich stammen sie aus dem Bergland, wo sie sich wohl wegen der Malariafreiheit angesiedelt hatten, und sind keine Buddhisten sondern Animisten. Damit waren sie den Leuten aus dem Tiefland immer schon suspekt und hatten entsprechend unter Rassismus zu leiden. Im Vietnamkrieg haben sie sich wahrscheinlich nach dem Motto "der Feind meines Feindes" auf die Seite der USA gestellt und hatten damit nach dessen Ende erst Recht bei den Siegern verkackt. Die meisten laotischen Flüchtlinge in den USA sind Hmong, und einer der dortigen Anführer wollte die hier immer wieder aufflammenden Unruhen in den 90ern sogar zum Sturz der Regierung nutzen. Heute werden gern mal chinesische Geschäftsleute oder auch Arbeiter von einem der diversen Staudammprojekte überfallen, woraufhin die Regierung üblicherweise das Militär schickt und auch wenig Interesse hat, dass dessen Methoden allzu öffentlich werden.

Aus diesem Grund kamen auch gleich der Ortsvorsteher und ein paar Polizisten an und meinen, wegen "Problemen" ginge hier ohne Sondergenehmigung erst mal nix weiter. Die hatte uns niemand gesagt dass wir bräuchten (wir hatten schon Long Chieng von der Route gestrichen, weil die Genehmigung so schnell nicht zu bekommen war), deswegen hatten wir keine, und umkehren war die einzige Option. Das hätten wir zurück nur radelnd nicht mehr geschafft, deswegen haben wir uns zwei kleine LKW gechartert, was hier zum Glück recht einfach ist, und die fahren uns und die Räder jetzt nach Pakxan.

Schade. War aber trotzdem eine sehr schöne Etappe. Und beim warten auf die Verhandlungen mit den Dorfoberen war noch Zeit zum fotografieren.

Kind mit Teller

Mit der Aussicht auf mehrere Stunden auf der ziemlich überfüllten Ladefläche haben sich alle noch schnell im Dorfladen mit Kissen eingedeckt. War eine ziemlich gute Idee.

Kissenkauf

Veröffentlicht am Donnerstag, 9. Mär 2017  um 21:31:00

Tags: land, reise

Team Dai Challenge 2017: geht los

Logo Team Dai Ein Jahr ist es schon her seit der letzten Tour, und die Vorbereitungen für die Team Dai Challenge 2017. sind wieder im Gange. Diesmal ist es das 10-jährige Jubiläum der Tour und wir haben eine besondere Route, sowohl was die Anstrengung als angeblich auch die Schönheit angeht: VientianeLouangphabang1 via Long Cheng.

Und so sieht sie aus, die Route: 600 km in 5 Tagen mit bis zu 4500 Höhenmetern pro Tag!

Team ໄດ້ 2017

Quality of Life Association Einen guten Zweck gibt's natürlich auch wieder, und zwar diesmal die Quality of Life Association Xieng Khouang. Die arbeiten mit Behinderten, insbesondere Streubombenopfern und deren Communities in der Provinz Xieng Khouang, um denen eine medizinische Versorgung, Prothesen, Ausbildung und einen Lebensunterhalt zu ermöglichen.

In Deutschland ist das ja nahezu unbekannt, was in Laos während des Vietnamkriegs los war und bis heute ist. Offiziell war das Land bis 1975 noch Königreich und am Krieg gar nicht beteiligt. Allerdings hatten sie mit den Pathet Lao ("Laotische Nation"2) auch ihre eigene Guerrilla, die mit den Nordvietnamesen eng zusammengearbeitet hat. Der Ho-Chi-Minh-Pfad, über den die Nordvietnamesen ihren Nachschub organisiert haben, lief zu einem großen Teil über die östlichen Teile von Laos. Darum haben die USA ab 1962 sowohl mit der royalistischen Regierung als auch antikommunistischen Guerrillas zusammengearbeitet, die ausgebildet und große Teile des Landes mit Bombenteppichen überzogen. Damals hatte sich die Ansicht noch nicht so durchgesetzt, dass man bei Bedarf einfach irgendwo hinfliegen und Leute bombardieren darf, da haben Pedanten noch auf Formalitäten wie eine Kriegserklärung Wert gelegt. Darum hat die CIA das vor der Öffentlichkeit und größtenteils sogar dem eigenen Kongress geheim gehalten.

Long Cheng, wo wir auch vorbei fahren, ist der Ort aus "Amerikas Geheimer Krieg in Laos" (auf Englisch "The Most Secret Place on Earth"), von dem aus die CIA die meisten Bombardierungen und Ausbildung der Guerrilla organisiert hat und der dadurch zeitweise zur zweitgrößten Stadt in Laos wurde, aber auf keiner Karte verzeichnet war. Unglaublich eigentlich, dass das so geheim geklappt hat, bei der Dimension der Operation: es finden sich etwas widersprüchliche Zahlen, ob das jetzt etwas mehr oder etwas weniger Bomben waren als von allen Alliierten zusammen im zweiten Weltkrieg über Europa abgeworfen wurden, aber die Größenordnung ist die gleiche, etwa zwei Millionen Tonnen. Im Schnitt eine Flugzeugladung alle acht Minuten, 24/7, über neun Jahre hinweg.

Einiges davon waren so Vierteltonner und größeres, deren Krater bis heute zu sehen sind. Xieng Khouang bomb craters by PhotAsia on Flickr, under CC BY LicenseBomb craters by
peacemaking.com

Davon gibt es auch noch haufenweise Blindgänger, aber obwohl die Leute gern mal versuchen, die selber zu entschärfen um sie als Altmetall zu verkaufen, ist das der einfachere Teil, sie davon abzuhalten. Ab und zu geht mal eine spontan hoch, aber das ist selten: Xepon bomb crater by Gergyl under CC BY SA License Meistens klappt das ja auch mit dem Entschärfen, wenn man's richtig macht. Die Reste sind derartig ubiquitär in den Provinzen, die werden z.T. als Baumaterial genommen. Hier in Vientiane sieht man das nicht so oft, aber dieser Zaun ist z.B. auf Leos Schulweg:

Munition Das hat sicher jemand aus der Provinz mitgebracht, denn hier in der Hauptstadt haben sie sie ja nichts direkt abgekriegt, aber außerhalb sieht man das oft.

Das schlimmere sind die Streubomben3. Die verteilen jede ein paar tausend Mini-Bomben über eine große Fläche, und üblicherweise explodieren ca. 30% der Teile nicht, zumal wenn man die in ein Reisfeld mit matschigem Untergrund wirft, und erst recht dann, wenn das aus geringer Höhe passiert, weil z.B. die Flugzeuge ihre Ziele nicht gefunden haben und vor dem landen in Thailand noch schnell irgendwo ihre Bomben loswerden mussten, damit die nicht den Flughafen platt machen, wenn bei der Landung etwas schief geht. Die müssen eine gewisse Fallhöhe haben, um die Zünder scharf zu schalten, und wenn man die unterschreitet, werden es auch mal 100% Blindgänger. Heißt natürlich nicht, dass die nicht nach ein paar Jahren im Boden doch scharf werden könnten und dann ihren ursprünglichen Zweck erfüllen: pro Stück in einem Radius von etwa 30 m alles umzubringen. So sehen sie dann aus:

Photo by peacemaking.com

Zu sehen sind sie eh nicht richtig, aber wenn sie denn jemand sieht, könnten es auch gut ein paar alte Petanque-Bälle sein. Petanque ist extrem beliebt hier; das ist das einzige Spiel, wo Laos zumindest in der Asien-Liga mal Goldmedaillen holt. Und die Kinder ziehen in den Provinzen eh ständig im Wald rum, deshalb gibt es da auch heute noch alle paar Wochen Verletze und Tote, wenn mal wieder eins einen "Ball" gefunden hat. Selbst wenn man da in extrem aufwändiger und gefährlicher Kleinarbeit die Munitionsräumer alles hat absuchen lassen, kann man immer noch nicht sicher sein: in den Reisfeldern können sie zu tief liegen, um gefunden zu werden, aber dann irgendwann wieder an die Oberfläche kommen, und woanders gelangen sie in der Regenzeit mit den Überschwemmungen auch wieder hunderte von Metern weiter auf schon geräumtes Gelände.

Von den Dingern liegen in Laos immer noch grob 80 Millionen in der Erde, und in den 20 Jahren, die internationale Organisationen hier räumen helfen, sind ca. 1% (ja, eins!) davon unschädlich gemacht worden. Laos hat auf ca. zwei Dritteln der Fläche von Deutschland weniger als sieben Millionen Einwohner, ist also sehr dünn besiedelt. Aber in den betroffenen Provinzen fehlt den Leuten trotzdem schlicht das Land, um genug Landwirtschaft zu betreiben. Was sie an Reisfeldern haben, wird bearbeitet, aber die zu erweitern, ist zu gefährlich. Deshalb arbeitet die Quality of Life Association auch nicht nur mit den Überlebenden sondern auch mit den ganzen Dörfern, denen sonst nur die Alternativen "zu wenig anbauen und arm bleiben" und "mehr umpflügen und vielleicht morgen draufgehen" bleiben.

Falls jemand was spenden will – ich schreib das ja hier nicht ausschließlich zur seichten Unterhaltung! – haben wir eine Spendenseite bei Gofundme. Allerdings wollen die auch ihre Prozente haben, drum bietet sich aus Deutschland eher eine Überweisung an; das geht dann zu 100% an die Stiftung. Mit dem Betreff "Team Dai 2017" an:

Matthias Bethke
IBAN DE27711500000024685927
Sparkasse Rosenheim


  1. Besser bekannt als Luang Prabang aufgrund der alten Schreibweise "ຫຼວງພຣະບາງ". Nach der Revolution 1975 gab's hier eine Rechtschreibreform, mit der viele unlogische bzw. nur aus der Etymologie verständliche Schreibweisen wie im Thai abgeschafft und insbesondere sämtliche R rausgeschmissen wurden, weil die Laoten die im Gegensatz zu den Thais sowieso nicht aussprechen. Nachdem ich kürzlich mein Perl-Modul für Lao veröffentlicht habe, das u. a. auch Romanisierung macht, nehme ich jetzt natürlich die Standard-Romanisierung der aktuellen. Außer natürlich bei Vientiane, denn mit "Viang-chan" kann ja niemand was anfangen. ↩

  2. "Pathet" sagt man allgemein als eine Art Präfix, wenn ein Land gemeint ist und nicht z.B. die Sprache – "Pathet Tai" ist Thailand, "Pathet Jalaman" Deutschland. ↩

  3. ABC hat darüber speziell in Laos eine Doku auf YouTube ↩

Veröffentlicht am Freitag, 27. Jan 2017  um 13:33:00

Tags: land, reise

Staubland

Die Regenzeit ist schon eine Weile rum. Das ist auch faszinierend, wie Laos es schafft, gleichzeitig schlammig und staubig zu sein, aber jetzt ist's nur staubig. Gibt schöne Effekte morgens. Morgenstaub

Die Wetterdienste melden auch gelegentlich Nebel, obwohl es schon lang nicht mehr annähernd feucht genug dafür ist. Kann man aber verstehen. Nachtstaub

Die Baustelle vor dem Haus macht's nicht besser. Das Loch, das sie während unseres Urlaubs im Juli gegraben haben, ist immer noch offen; immerhin haben sie jetzt auf der ganzen Länge der Straße (die ist lang!) ordentliche Kanalisation verlegt. Dieser Tage ist tatsächlich auch mal ein Betonmischer in der Nähe gesehen worden, es kann sich also nur noch um Monate handeln, bis da tatsächlich mal ein Straßenbelag drauf kommt. Bis dahin kippen sie immer mal wieder Wasser aus einem Takwagen drauf, damit es eine Stunde lang etwas weniger staubt und dafür die Straße noch schneller Schlaglöcher kriegt. Wenn die dann so krass geworden sind, dass es Stau gibt, weil die Leute ihrer Federung zuliebe Schritttempo fahren, kommt wieder der Straßenhobel und macht alles glatt und extrastaubig.

Tagesstaub

Veröffentlicht am Samstag, 10. Dez 2016  um 23:45:00

Tags: land

Schach Matt bei Vollmond

Montag war Vollmond, und dieser war mal wieder Anlass für einen hohen buddhistischen Feiertag – die gehen ja immer nach dem Mondkalender – und zwar Ok Phan Sa, das Ende der Fastenzeit. Es darf also auch unter Gläubigen wieder ordentlich gebechert werden. Vorher allerdings müssen die Sünden des alten Jahres symbolisch in den Fluss verklappt werden (als hätte das südchinesische Meer nicht schon genug am Hals mit dem ganzen Plastikmüll, den man unabhängig von der Jahreszeit den Fluss runter schickt), und nachher trifft sich die ganze Stadt zum Boun Xuang Heua, dem Fest zum Bootsrennen.

Sündenschiffswerft

Hier werden die Schiffchen produziert, die nachher mit Kerzen, Räucherstäbchen und Sünden beladen den Mekong runterschippern dürfen. Die Basis bildet eine dicke Scheibe von einer Bananenstaude. Die sind extrem saftig und schwer und man denkt, die könnten nur sofort absaufen, aber tatsächlich sind sie ideal geeignet: sie können sich nicht mehr vollsaugen, und innen haben sie eine luftgefüllte Wabenstruktur, die sie leicht genug macht und fast unkaputtbar ist.

Schiffchen

Noch deutlich prächtiger dekoriert als die üblichen Buddhatagsgaben.

Leo, Fa & Pu

Auch die Eltern von Leos Freundinnen bieten welche zum Verkauf an. Jedes Lädchen hat seinen speziellen Stil.

Glücksbändchen

Leo bekommt von ein paar Novizen ein Glücksbringerbändchen angelegt.

Feuerschiff

Einige Boote bleiben an Land und werden nur mit Kerzen und anderem Feuerzeugs dekoriert. Letztes Jahr waren wir in Si Phan Don an der Grenze zu Kambodscha, da haben sie einige davon am Schluss auch ganz abgefackelt.

Ruderboot

Den Ruderern aus Knetgummi ist es z.T. schon etwas zu heiß geworden.

Feuerschiff 2

Ich muss sagen, der Unterschied von Handyfotos zur auch nicht gerade alten Lumix LX-7 schwindet zusehends.

Schiffchen im Wasser

Los geht's, flussabwärts mit Räucherstäbchen.

Stapellauf

Gedränge beim zu-Wasser-lassen.

Sorgfältiger Stapellauf

Dieser Mann ist kurzerhand selber in den Fluss gestiegen, um sein besonders prächtiges Boot ordentlich in die Strömung zu bugsieren. Wahrscheinlich hat er besonders viele Sünden zu expedieren – eine davon ist schon mal, ein Styroporboot zu benutzen. Glitzert im Kerzenlicht mit seinem Goldglitterspray drauf natürlich besonders schön, hält sich dafür aber auch ein paar Jahre im Meer.

Mönche mit Booten

Auch die Mönche bringen ihre Schiffchen ans Wasser.

Mönche mit Handy

Manchmal ganz unmönchisch: der neue muss die älteren Kollegen mit dem Handy knipsen.

Prozession

Anschließend noch eine Prozession: alle in weiß hinter den orangen Mönchen her dreimal um den Tempel. Dieser enorme Buddha steht gleich in der Nachbarschaft; durch den Tempel radle ich immer mit Leo in die Schule.

Feuerwerk

Das mitgebrachte Feuerwerk haben wir dann noch beim Grillen abgefackelt, während von den Tempeln noch die Kerzenschiffchen vorbeigeschwommen kamen.

Das ganze wird eigentlich in Thailand genauso gefeiert, aber von da hörte man die Tage fast keinen Ton. Wie überhaupt die übliche Beschallung von da drüben gerade komplett fehlt. Die nehmen das ja so richtig erst mit ihrem toten König. Da ist jetzt erst mal einen Monat Schicht mit allem, was nach Spaß klingt; Bars, Clubs und ganze Rotlichtviertel sind zu, und dann ist noch ein ganzes Jahr Staatstrauer; mal sehen, was da noch an Feiereinschränkungen bestehen bleibt. Mit dem Kronprinzen, der hauptsächlich in München lebt und jetzt erst mal verkündet hat, er "brauche Zeit", wird die auch nicht vor der Zeit zu Ende sein.

Veröffentlicht am Mittwoch, 19. Okt 2016  um 12:23:00

Tags: land

shutdown -h now 'i can haz obama'

Leo hat jetzt eine Woche Sonderferien. Die Schule ist wie die meisten anderen mit einem etwas größeren Einzugsbereich mal eben dicht gemacht worden, weil gerade das große ASEAN-Meeting mit Großkopfaten bis hin zu Obama stattfindet.

Seit ein paar Tagen steht auf allen großen Straßen buchstäblich alle 50 Meter ein Uniformierter mit einem Schildchen um den Hals und dreht Däumchen – nach Einbruch der Dunkelheit sieht man sie auch mal Bier trinken, weil sie sich auf ihrem Ausguck nach gefährlichen Terroristen sicher zu Tode langweilen. Heute und für den Rest der Woche werden die entsprechenden Straßen dann einfach komplett dicht gemacht und es gibt eine Ausgangssperre ab 22 Uhr. Mal sehen, wie die Leute jetzt z.B. von hier zum Flughafen kommen. Der ist auf der anderen Seite der Stadt und normal fährt man da genau durch die Zone mit den ganzen Ministerien und so durch. Wahrscheinlich muss man einmal 40 km ganz außen um die Stadt rum.

An den größeren Hotels haben sie futschneue Metalldetektoren und Röntgengeräte hingestellt, da kommt man nur noch mit Sicherheitsscan rein. Mein Telefon enthielt offenbar nicht genug Metall für den einen Detektor, durch den ich zweimal durchgelaufen bin, und auch das andere Gedöns wie Gürtelschnalle und Schlüsselbund, das am Flughafen immer piepst, haben sie nicht gefunden. Wahrscheinlich zeigt der "Röntgen"-Bildschirm auch eher das Fratzenbuch.

Veröffentlicht am Montag, 5. Sep 2016  um 12:12:00

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Lebensmittel-Shoppen auf Laotisch

Lebensmittel einkaufen ist hier eine gewöhnungsbedürftige Sache. Die Läden sehen alle so ähnlich aus: Chok Dee Mart

Das ist jetzt zufällig der, der hier in der Gegend das beste Fleisch hat. Gehört einem Australier; vermutlich hat seine laotische Frau den Namen ausgesucht, der so viel wie "guter Führer" heißt. Der Laden ist 200 m von unserem letzten Haus entfernt, aber das mit dem Fleisch haben wir küzlich erst mitgekriegt. Gemappt hatte ich den schon lang, da hatte er aber dieses Transparent mit "Quality Meats" noch nicht da hängen.

Es wird hier immer nur über Mundpropaganda weitergegeben, wo es was zu kaufen gibt. Neulich sind wir mal da gucken gegangen, wo wir gehört hatten, dass der Großhändler ist, der die ganzen Supermärkte für die Ausländer mit importiertem Zeug beliefert. Es hieß, der vertickt auch an Privatleute, und deutlich billiger als im Supermarkt.

Eingang Der Eingang sieht wie üblich aus wie eine ranzige Garage mit einem Tischchen drin.

Zweistöckiger Riesenkühlschrank Dahinter versteckt kommt dann das Importparadies in Form zum Teil zweistöckiger Kühlhallen/-container. Das zweite Stockwerk ist da so aus Sperrholz reingezimmert. Das ist die kühlschrankkalte Abteilung mit Wein, eimerweise Senf, Gewürzen, Nüssen und sonstigem abgepacktem Zeug.

Die Fleisch- und Fischabteilung Die Fleisch- und Fischabteilung. Das war wohl tatsächlich mal ein LKW-Kühlcontainer, dem sie noch ein paar Styroporplatten außen draufgeklebt haben. Hat etwa -10°C.

Zwischen den Containern Zwischen den Containern, die in einer Wellblechhalle stehen, sieht es so aus. Erst mal gewöhnungsbedürftig, aber recht überlegt ziehe ich das doch den psychologisch-manipulativ durchdesignten Konsumtempeln mit vorne den Frauenklamotten und Brot&Butter ganz am hinteren Ende vor.

Echte Importware Man importiert wohl tatsächlich aus aller Welt. Aber seit wann schreibt man "Haferflocken" im CamelCase?

Fisch im Tiefkühler Das ist der kälteste Raum, noch mal ein paar Grad unter dem Container.

Hat sich gelohnt, die Tour. Zwar ist das fast 15 km zu fahren, aber wenn man größere Mengen kauft, taugt das schon. Da haben wir jetzt auch das sonst unmöglich zu findende Vollkorn-Roggenmehl im 10 kg-Sack gefunden, so dass wir endlich eigenes Brot backen können. Baguette und so gibt's zwar anständige, den französischen Ex-Kolonialherren sei Dank, aber Roggenbrot machen sie nur für Expats und entsprechend extrem teuer.

Veröffentlicht am Samstag, 3. Sep 2016  um 12:32:00

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Nicht machen!

Folgendes kostet im Klo am Grenzübergang Lao-Thai Friendship Bridge umgerechnet 2,20€:

No wash your feet. No vomit on basin. No stand on flush toilet. No wash baby
ass on floor. No pee on floor.

Ob es Geld kostet, das zu tun oder aber nicht zu tun, lässt die Liste etwas unklar. Und falls letzeres: das meiste kriege ich ja hin, aber wo bekomme ich denn hier dieses Eselfohlen?!

Veröffentlicht am Freitag, 22. Jul 2016  um 00:24:00

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Zugbrücke hoch!

Eigentlich haben wir's uns ja gewünscht. Die Straße vor unserem Haus ist eine ganz fiese Schlaglochpiste – in der Trockenzeit ist sie in Staubwolken gehüllt, die die vom Mekongkies-Verladeplatz kommenden LKWs hinter sich herziehen, in der Regenzeit wechseln sich tiefe, mit flüssigem Matsch gefüllte Wannen mit einer superglitschigen Fahrbahn ab, so dass man mit dem Moped oft im ersten Gang mit schleifender Kupplung da durchjuckeln muss. Haben wir diverse Male gemacht, als wir das jetzige Haus gesucht haben und noch kein Auto hatten. Der schlimmste Teil ist zwar zum Glück stadtauswärts von uns, aber die 500 m zur Thadeua Road sind schlimm genug.

Vor ein paar Monaten haben sie jetzt neben dem schönen alten Baum vor unserem Tor noch diverse andere abgesägt, einige Böschungen weggebaggert, und damit die Hoffnung genährt, dass sie die Straße jetzt vielleicht mal ordentlich reparieren. Immerhin machen sie grad eine Menge Straßen in der Stadt neu mit dickem Beton. Das dauert ewig, aber sieht so aus, als würde das auch halten. Unsere Straße haben wir uns sagen lassen dass vor zwei Jahren auch repariert worden ist, aber so, wie sie auch viele Landstraßen machen: mal kurz mit dem Hobel und der Walze drüber und dann dünnen Asphalt draufgekippt. Das hält bei dem Schwerlastverkehr natürlich nur bis zur nächsten Regenzeit und das Endergebnis mit abwechselnd versifftem Teer und Schlaglöchern ist oft schlimmer als eine reine Erd- oder Schotterstraße.

Und dieser Tage haben sie tatsächlich zu graben angefangen. Unsere Einfahrt sieht jetzt so aus:

Einfahrt

Wenn es regnet, haben wir da einen zünftigen Burggraben vor unserer feudalen Residenz. Wie du da rein und raus kommst, ist dein Problem. Als jemand mal einen Polier auftreiben konnte, der wenigstens Lao versteht (die Bauarbeiter sind alles Chinesen), und den gefragt hat, ob man da nicht demnächst ein paar Bretter kriegen könnte, um nicht schon auf dem Weg zur Arbeit Gefahr zu laufen, sich den Hals zu brechen, war die Antwort recht knapp: Nö.

Mal schauen, ob sie noch dieses Jahr damit fertig werden.

Veröffentlicht am Donnerstag, 23. Jun 2016  um 10:36:00

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Get'em started young

Das war der sarkastische Kommentar eines anderen Falang angesichts dieses Kindes auf seinem Moped.

Altersrekordhalter

Sieht nach Spielzeug aus, ist aber so eins hier. Da der Papa auch mit mit dem Moped vorne weg gefahren ist, haben sie das bestimmt auch nicht auf dieser eher ruhigen Seitenstraße aus dem Auto geladen, damit der Kleine mal üben kann. Die fahren damit dann auch gleich heim.

Veröffentlicht am Sonntag, 5. Jun 2016  um 01:20:00

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Die zweite Regenzeit

Früher als letztes Jahr: durchregnete Tage, überschwemmte Gärten, wenn auch nicht ganz so krass; es kommt schon immer zwischendurch noch mal die Sonne raus, während ich mich letztes Jahr an eine Woche erinnere, wo es fast komplett durchgeregnet hat. Hochwasser ist noch nicht so sehr, da haben wir jetzt aber auch einen Logenplatz für.

Regen

Veröffentlicht am Samstag, 4. Jun 2016  um 18:58:00

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Wintaaargh!

Neulich haben wir in der Auto-Klimaanlage noch Kühlmittel nachfüllen lassen, weil die nicht mehr hinterher kam mit dem kühlen: Heiß

Gestern dann so: Kaaaalt!

Fuck, ist das kalt! Wir sind erst mal Winterklamotten nachkaufen gegangen, weil das bisschen, das wir bei der Abreise im Mai mitgenommen haben – also grad so das Minimum, dass man sich im deutschen Frühjahr nicht den Arsch abfriert, man fliegt ja schließlich in die Tropen und will das Zeug nicht nutzlos rumschleppen müssen! – hinten und vorne nicht reicht. Bei geschlossener Wolkendecke haben die Häuser keine Chance, sich nennenswert aufzuheizen, auch wenn die Fenster alle zu sind. Nicht dass das lang halten würde, so wie's überall zieht. Man macht sich ja nicht die Mühe, hier irgendwas nennenswert abzudichten, wenn eh immer die Fenster so weit offen sind, wie's der Staub eben erlaubt. So ist jetzt innen nicht wesentlich gemütlicher als außen.

OK, es könnte schlimmer sein: in Houaphan in den Bergen liegt jetzt Schnee, und die Häuser sind da auch nicht besser. Leben heißt nach Konfuzius bekanntlich Leiden, und für den Monat oder so macht man da keinen Aufriss, da wird dann halt gelitten. Freunde, die da zwei Jahre gewohnt haben, haben erzählt, wie sie die Ritzen in einem Raum mit Zeitungspapier zugestopft haben, un wenigstens den ein paar Grad wärmer zu kriegen.

Gut, dass die Laoten eh ein komisches Temperaturempfinden haben. Wir haben uns schon des öfteren im Tshirt einen abgeschwitzt, während diverse Laoten in Vließpullis rumgelaufen sind. Sicher nur gegen die Sonne, denn braun sein geht gar nicht, aber dass es da ein dünnes Hemdchen auch täte, darauf kommen sie wohl nicht, weil sie die Temperatur gar nicht stört und sie auch nicht so viel schwitzen. Aber drum gibt's hier auch immer ein gutes Angebot an warmen Pullis.

$WETTERAPP meint, wir müssen noch zwei Tage leiden, dann kommt die Sonne wieder. Ich drücke ihr schon mal sämtliche übrigen Daumen.

Veröffentlicht am Dienstag, 26. Jan 2016  um 09:38:00

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Boh mii fai

ບໍ່ມີໄຟ, so heißt das auf Lao, wenn Stromausfall ist, "Es gibt keinen Strom". "fai" heißt eigentlich Feuer, aber über "Licht" ist die Bedeutung mittlerweile auch auf Strom erweitert. Das ist gerade ein bisschen ironisch, weil wir seit heute morgen keinen Strom haben, und das voraussichtlich noch das ganze Wochenende nicht – und zwar deswegen, weil es bei Lao Tobacco ein größeres Feuer gegeben hat und dabei wohl ein Kabel beschädigt wurde. Das Gelump hängt ja wie bei den Amis überall oberirdisch rum.

Schaumer mal, wie lang sie brauchen. Wir hatten uns schon gefreut, dass Stromausfälle hier doch deutlich seltener sind als auf den Philippinen, wo es eigentlich immer nur ein bisschen Wind und Regen für einen der beliebten "Brownouts" brauchte …

Wie gut, dass es git zum bloggen auch fürs Händi gibt!

Update: 11 Uhr Abends und schon wieder alles gut. Wahrscheinlich geht jetzt die Hauptleitung für den Stadtbezirk über ein paar Stück verzwirbelten Klingeldraht, aber bisher tut's.

Falls mich jetzt jemand für zynisch hält, hier noch schnell ein Foto von der Stromversorgung auf dem "Jahrmarkt" zum Bootsrennen neulich. Ein paar Kabel über die Isolatoren (letztere wahrscheinlich aus Designgründen, denn woanders lagen sie eng an den metallenen Zeltstangen der Stände an) an einem Stock gezogen, den man mit Stahldraht am nächsten halbwegs festen Gegenstand festgefrickelt hat, und etwa auf meiner Gesichtshöhe wird dann ohne Absicherung oder Zugentlastung ein Kabel für den Standabzweig drangewickelt.

Sai Fai

Das Stromkabel heißt übrigens "sai fai", "Draht Feuer". FireWire ist also hier ein noch älterer Hut als überall anders.

Update 2: 9 Uhr morgens und schon ist der kostbare Saft wieder weg. Entweder ist der Klingeldraht wieder hin oder sie arbeiten tagsüber nochmal dran.

Veröffentlicht am Samstag, 12. Dez 2015  um 20:00:00

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That-Luang-Festival

Ich wollte eigentlich schon Ende Oktober vom Bootsrennen berichten, aber nachdem wir beim Aufbau kurz dabei gewesen waren (Cristina hat mit ein paar Studenten einen Stand zum Thema Müllvermeidung auf dem Fest organisiert), haben wir beschlossen, uns das zu schenken. Ich hab mal einen kurzen Schwenk vor dem Stand gemacht – die Kamera hat die Lautstärke sehr gnädig wiedergegeben, aber die Kakophonie von einem halben Dutzend übersteuernden Lautsprechern kommt ganz gut raus, auch wenn da noch nicht alle Stände überhaupt ihre PA fertig aufgebaut hatten:

Ein Bild hab ich noch von dem Übungs-Rennen gefunden; die sind ab und zu bei uns hinterm Haus vorbei gekommen. Nur um zu zeigen, mit was die da so rumgefahren sind: Boat Race Training

Wir sind da weggefahren, worüber ich auch irgendwann noch mal was schreiben muss. Aber jetzt gab's noch einen Event, der der das wohl noch mal toppen konnte: das That-Luang-Festival, und da waren wir mal kurz.

Pha That Luang ist eine vergoldete Stupa, die hier das wichtigste Nationalsymbol und ein großes buddhistisches Heiligtum ist: Pha That Luang

Bei dem Festival kommt die ganze Stadt vorbei, zündet Räucherstäbchen da drin an, legt Blumen nieder … Blumen für Setthathirath (hier an der Statue für König Setthathirath – vorne ist der Müllhaufen, wo ab und an die Blumen hingeschaufelt werden, damit man noch was vom Denkmal sieht)

… spendet reichlich an die Mönche und Nonnen und wird dafür gesegnet. Nonnen Die in weiß sind hier immer die Nonnen; orange tragen nur die Mönche.

Dazu gibt's Vorführungen traditioneller Tänze … Tänzerinnen Tänzerinnen

… und traditionelle Snacks: Lao Snacks Das sind mit aromatischen Zitronenbaumblättern fritierte Grillen und Schmetterlingslarven; übrigens durchaus lecker, solange sie noch warm und knusprig sind.

So weit das Programm, wie wir es erwartet hatten. Aber natürlich dürfen in Laos die Lautsprecher nicht fehlen. Drinnen auf dem Tempelgelände klang es etwa wie in dem Video oben, nur in einer Lautstärke, dass ich mir ernsthaft Sorgen um Leos Ohren gemacht habe. Das ganze wurde gesponsort und entsprechend dekoriert wie ein Sport-Event: Lao Beer Company, Nivea, Pepsi, Huawei und wie sie alle heißen waren überall mit ihren Bannern und alle 10 Meter hat ein anderer Marktschreier seinen chinesischen Plastikschrott, das neueste Shampoo, Magnum-Eis oder Waschmaschinen angepriesen. Wer zur Hölle geht zum That-Luang-Festival und kauft sich da eine Waschmaschine? Offenbar existieren diese Leute. Wenn da ungefähr eine Million Leute dicht gepackt in den Straßen stehen, fragt man sich zunächst ohnehin, wie die ihre Waschmaschine dann nach Hause bringen. So: Auto in der Menge Auto in der Menge Man fährt einfach mit dem Auto hin. Immer schön um die riesigen Müllhaufen rum die sich mit der Zeit bilden und die keiner wegräumt, weil die Müllabfuhr es nicht so nötig hat wie die Leute mit ihren Waschmaschinen: Müllhaufen

Ich würde sagen, es ist die Hölle, wenn's nicht gerade sehr angenehmes Wetter wäre. Aber sonst passt an dem Begriff eigentlich alles.

Veröffentlicht am Sonntag, 29. Nov 2015  um 00:06:00

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Ungeschützter Verkehr

So, wir haben jetzt auch ein Auto. Bisher haben es zwei 125er Honda- bzw. Kolao- (die Südkorea-Laos-Technik-Koop) Mopeds getan, aber der Verkehr ist schon ziemlich scary hier. Eigentlich ist mir diese Rüstungsspirale auf der Straße ja zutiefst zuwider, aber wenn wir Leo durch den Berufsverkehr zum Sport oder sonstwohin karren müssen dann hab ich doch auch lieber etwas Blech drum rum – wenn die Laoten mal fahren lernen, können wir noch mal drüber reden.

Leute, die schon länger hier wohnen, erzählen einem, wie hier vor 15 Jahren noch die Hühner auf der Straße rumgelaufen sind und Vientiane eine Handvoll befestigter Straßen hatte. Die haben sich also in einem guten Jahrzehnt ins 21. Jahrhundert katapultiert und offenbar kommt die kulturelle und ausbildungsmäßige Entwicklung da nicht ganz mit. Sogar unser Laotisch-Sprachführer von 2012 meint noch:

Die laotischen Straßenverkehrsregeln sind im Detail nicht immer klar und äußerst fahrradfahrer- und fußgängerfreundlich.
Vielleicht sind sie das sogar in der Form, wie sie irgendwo auf einem geduldigen Stück toten Baums stehen, aber in der Praxis kann ich das nicht finden. Bei den Thais habe ich den Eindruck, die fahren wie die Henker, weil's ihnen wurscht ist (Wiedergeburt ist schon was tolles), während die Laoten es schlicht nicht gelernt haben. Ein Führerschein ist de facto genausowenig Voraussetzung zum führen eines Kraftfahrzeugs wie ein funktionierendes selbiges. Eigentlich muss man ständig so fahren, als würde das Moped, das einem gerade mit 60 Sachen, einer kleinen Schwester und einer mit Wäscheleine festgefrickelten 15kg-Gasflasche hinten drauf auf der falschen Straßenseite entgegenkommt (was man – die Lichtanlage ist natürlich ebenso toll gewartet wie Auspuff und Bremsen, also zuletzt so 2003 rum – zwar deutlich hören, aber nicht sehen kann) von einem übermüdeten Dreizehnjährigen "gesteuert", der gerade sein fünftes Jahr hinter der Lenkstange mit einem ordentlichen Becher Lao-Lao begossen und nur deswegen gerade aufgehört hat, darüber mit dem Handy was ins Fratzenbuch zu schreiben, weil ihm der Wind eine Ladung des ubiquitären Staubs ins ungeschützte Gesicht geblasen hat.

Motokids 2

Die Kombination mag jetzt hauchzart übertrieben sein, aber einzeln sind das alles alltägliche Sachen. 2003 steht z.B. auf dem Inspektionsaufkleber auf dem Moped unserer Putzfrau. Wobei "Inspektion" nicht heißt, dass da was anderes als die umgerechnet 1,50 € inspiziert würden, die der Aufkleber kostet. Oder dass man den irgendwo hin kleben müsste, wo man (also die Polizei z.B.) ihn sehen kann. Auf der linken Straßenseite Abkürzungen fahren oder den Gehsteig zur Rushhour mal eben zur Mopedspur umwidmen, das macht wirklich jeder. Die Kinder mit dem Moped zur Grundschule fahren lassen ist nicht ganz so verbreitet, aber zumindest in der Provinz geht das immer. Um nachts besoffen mit Vollgas auf dem Hinterrad um den Präsidentenpalast zu jagen, dafür braucht's einen gewissen sozialen Status, aber den haben zumindest genug Teenager, dass man das wochenendlich beobachten kann.

Motokids 1

Die Folgen sind dann natürlich auch offensichtlich. Ich habe in den paar Monaten hier locker so viele Unfälle gesehen wie in meinem ganzen bisherigen Leben zusammen – und da waren ja auch schon einige Jahre in für eher lockere Interpretation der Verkehrsregeln bekannten Ländern dabei. Neulich auf dem Weg ins Schwimmbad gleich zwei hintereinander, und immer wieder irgendwo reingedengelte Mopedfahrer. Dass die alle nicht fahren können, führt auch dazu, dass die Stadt ständig Stau hat, ob wohl das nicht sein müsste. Das sagt in Deutschland zwar auch jeder, aber hier sind auch noch die Ampelschaltungen daran angepasst. Wenn man die nämlich so schalten würde, dass immer eine Straße grün hat und Linksabbieger eine Extra-Ampel haben, dann wäre das viel zu kompliziert. Das gäbe ständig Frontalzusammenstöße und viel böses und sonstiges Blut. Stattdessen hat immer eine Richtung grün, und da darf dann beliebig gefahren werden, wobei rechts abbiegen immer geht – ob offiziell oder de facto, weiß ich nicht. Die Phase wechselt im Uhrzeigersinn, und wenn die Ampeln auf einer Straße synchronisiert sind, dann ist das wörtlich zu nehmen: wenn man an der einen grün hat, hat die nächste das zur selben Zeit in der selben Richtung und wird grad wieder rot, wenn man hin kommt.

Nummernschilder sind immerhin allgemein üblich. Es sagt aber auch niemand was, wenn man mal längere Zeit keins hat. So wie wir gerade, weil unser Auto noch nicht angemeldet ist. Macht eine Firma für uns; die machen einen Haufen Geld damit, des Laotischen nicht mächtigen Leuten ihre (in diesem Fall erhebliche) Bürokratie zu erledigen, die einen sonst wochenlang in Atem halten würde. Immerhin kommen die für das Geld zu Hause vorbei und holen die Unterlagen; als die Frau da war, rief sie mich an und meinte, "I should be close to your place now, look out for a black Hyundai without license plate". Des Schusters Kinder laufen ja bekanntlich barfuß. Wenn uns doch mal jemand anhalten sollte, dann sollen wir sie anrufen und mit den Cops reden lassen, sie "regelt das dann schon".

Die Anmeldung müssen wir überhaupt nur machen, weil die Verkäuferin bei der Botschaft gearbeitet hat, und die machen sowas ordentlich™. Also abmelden, wenn man wegzieht z.B. Das erste Auto, das wir angeschaut haben, war noch auf die Leute angemeldet, von denen die Besitzer es vor sechs Jahren gekauft hatten. Man kriegt da ein kleines Kärtchen mit Fahrzeugdaten und Nummer drauf, und wenn man bei einer Kontrolle das zum Fahrzeug passende dabei hat, glauben sie einem i.d.R., dass man das nicht geklaut hat. Im schlimmsten Fall muss man noch den Kaufvertrag zeigen, aber der Name auf dem Kärtchen ist völlig schnuppe.

Egal – unser für die Stadt reichlich übermotorisiertes Blechverhüterli (ich hoffe ja, dass wir 4WD und so in den wilderen Landesteilen noch mal ausnutzen können) wird jedenfalls den richtigen auf der Karte stehen haben. Mal sehen, angehalten wurden wir bisher immer nur vom Stau. Und zu Leos Schule habe ich einen Weg über kleine Dirt Roads gefunden, den wir zumindest zusammen auch mit dem Rad zurücklegen können, was wir seit diesem Schuljahr auch fast jeden Tag machen.

Veröffentlicht am Samstag, 14. Nov 2015  um 23:00:00

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Thailand: Fail

Gestern haben wir beschlossen, dass wir jetzt endlich mal Nong Khai anschauen gehen, den Grenzort auf der thailändischen Seite. Bisschen Handtücher und vernünftiges Geschirr und so einkaufen, das man hier nur sehr teuer bekommt, und auch einfach mal wieder raus aus der Stadt. Unsere Multiple-Entry-Visa haben wir ja schon eine ganze Weile, es gab nur bisher nie so recht eine Gelegenheit.

Guter Plan. Ging auch ganz prima, obwohl wir eher spät aufgestanden sind und gerade noch den Bus erwischt haben, der von der Station in der Stadt zur Grenze fährt. Der fährt auch bis auf die Thai-Seite – nächstes Mal nehmen wir aber den Linienbus, der erstens alle Nas' lang fährt und zweitens auch bei uns in der Nähe hält; so müssen wir nicht erst 20 Minuten in die Stadt rein fahren und nachher mit dem Bus wieder raus, wenn die Route schon 300 m vor unserem Haus vorbei geht.

Jeder von uns hat jetzt mindestens zwei Pässe, den normalen deutschen und den Dienstpass. Leo hat drei, den ecuadorianischen noch dazu. In dem ecuadorianischen ist sein Visum für Laos, weil er die beiden anderen noch nicht hatte, als wir weg sind. Also sind wir mit dem ecuadorianischen aus Laos raus, schnell über die Brücke, und da wollten wir mit dem deutschen Dienstpass rein. Haben die Thais aber nicht erlaubt, weil da kein Ausreisestempel drin ist. Total bescheuerte Regelung, denn wenn man fliegt, interessiert das keine Sau. Mit dem ecuadorianischen ist er aber auch nicht rein gekommen, denn Ecuadorianer brauchen in Thailand ein Vorab-Visum, "on arrival" geht nicht. Also wieder rüber nach Laos und fragen, ob sie ihm den Ausreisestempel nicht in den deutschen Pass machen könnten. Najaaa … also wenn's ein Pass vom selben Land wäre, dann ginge das. Den Fall, dass der Pass mit dem Visum schlicht voll ist und dann ein neuer gestempelt werden muss, den gibt's ja öfter. Aber Visum in einem und den Stempel in einem anderen aus einem anderen Land, das geht gar nicht, und offenbar hatte das auch noch niemand von denen jemals gesehen. OK, ist ja nicht das erste Mal, dass Leo irgendwelche Bürokraten überfordert.

Leo hatte also keine Chance, überhaupt nach Thailand zu kommen. Als wir schon aufgeben wollten, haben wir festgestellt, dass ich jetzt fast das selbe Problem hatte: ich war in Thailand vor Leo dran, deswegen hatte mein Pass schon den Einreisestempel. Ohne den passenden für die Ausreise wollten mich die Laoten aber auch nicht wieder rein lassen. Also wieder zurück. Die beiden anderen haben sich dann schon in den Bus zurück gesetzt, und dann erst haben wir beschlossen, dass ich mich wenigstens mal ein bisschen umschauen gehe, damit die Aktion nicht ganz für'n Fuß war.

So, war ich immerhin mal in Thailand. Nong Khai ist auch nicht der Hit, aber immerhin haben sie bezahlbare Handtücher. Man sollte schließlich immer wissen, wo sein Handtuch ist.

Veröffentlicht am Sonntag, 6. Sep 2015  um 21:44:00

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Buddhatag

Neulich (schon wieder eine Weile her, aber ich komm ja net zum blogg0rn) war Buddhatag. Das ist keins meiner blöden Wortspiele; der wird zumindest auf Englisch wirklich so genannt und ist einer der wenigen buddhistischen Feiertage, wo mal tatsächlich die Arbeit ruht, zumindest für einen halben Tag. Wir haben ihn zum Anlass genommen, mal ein paar Tempel zu besuchen, was wir bisher fast komplett hatten bleiben lassen. Normal ist das ja das erste, was Laosbesucher anschauen, aber hier hat's einfach derartig viele davon, dass uns das gar nicht sonderlich gereizt hat.

Jetzt aber. Himmel und Hölle haben wir ja schon im Buddhapark gesehen dass hier beliebte und sehr grafische Darstellungen sind. Himmel und Hölle

Dieses Detail finde ich ja besonders schön, wie sie sich in der Volksrepublik™ Mühe mit der Darstellung der himmlischen Belohnungen geben: hätten Sie's lieber in Euro, Dollar, Baht oder Kip? Himmlischer Zaster

Eigentlich heißt der Tag Asana Bucha nach der ersten Predigt, die Buddha der Geschichte nach vor seinen Schülern und diversen Hirschen gehalten hat. An diesem Tag fängt hier auch die "buddhistische Fastenzeit" an – die Mönche ziehen sich zur Regenzeit zum meditieren in die Klöster zurück, und die normalen Leute machen sich viele gute Vorsätze, nicht mehr so viel zu saufen und so, wie die Abendländer auch. Vorher wird natürlich noch mal ordentlich gefeiert, damit man auch weiß, warum man's in Zukunft bestimmt nicht mehr so übertreiben will.

Traditionell leben die Mönche nur von Almosen. In Luang Prabang ist das eine der großen Touriattraktionen (wir waren noch nicht mal da), wenn die morgens immer durch die Straßen ziehen und von den Leuten Essen bekommen. Das ist hier zwar nicht mehr so, aber man erinnert sich, dass sich diese Praxis schlecht mit sich zurückziehen und meditieren verträgt, drum kriegen die alle zum Buddhatag noch mal ordentlich Gaben. Jeder Mönch stellt eine Schüssel hin, und die Leute füllen sie. Traditionell eher mit Reis und Trockenfisch und so, heute mehr mit Junk Food. Schalenbefüllung

An den Bäumen werden die Erdgeister mit Wasser bedacht (komische Tradition in der Regenzeit – man meint, die Erdgeister hätten um diese Zeit gerade von Wasser die Nase voll), Kerzen für sie angezündet und Klebreisbällchen und ausgewählte Nestlé-Produkte hinterlegt. Sogar echte Milch war hier dabei, die Erdgeister scheinen also nicht von der verbreiteten Laktoseintoleranz betroffen zu sein. Erdgeistwässerung Erdgeistfütterung

Die verschiedenen Erleuchteten werden traditioneller ernährt: lecker Klebreis und das eine oder andere Obst. Der Keks war wohl ein Versehen, den hat sich dann gleich ein Kind geschnappt. Ricers

Wenn sie mal eine Pause vom Meditieren brauchen, bauen die Mönche ziemlich beeindruckende Renn-Kanus. Das hier dürfte gute 15 m lang sein und war nicht das längste. Ende Oktober findet hier ein großes Bootsrennen auf dem Mekong statt, und die Mannschaften sind schon fleißig am üben. Rennkanu

Veröffentlicht am Mittwoch, 2. Sep 2015  um 13:54:00

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Buddhablumen

Buddhablumen

Kulturelle Integration ist wichtig, drum haben wir auch so einen Minitempel im Garten. Eigentlich war der beim Haus schon dabei, so wie bei jedem, aber wir dürfen ihn jetzt immer mit frischen Blumen beschicken. Das geht hier ganz streng nach dem buddhistischen Kalender; am Feiertag (nicht im Sinne von "arbeitsfrei", sonst ginge hier gar nichts) gibt's am Markt immer diese aus Blättern und Blüten gefalteten Kegel für ein paar Cent, und die muss man dann an seine Tempel stellen. Normal gehört einer davon zum Haus und an allen Ecken des Grundstücks müssen auch noch irgendwelche Opfergaben hinterlassen werden – meistens Bananenstücke oder gefüllte Schnapsgläschen oder so. Das lassen wir aber lieber bleiben, denn eigentlich füttert man damit nur das Ungeziefer und üblicherweise wird das Zeug auch noch auf Styroporschalen so wie z.B. von verpackten Äpfeln platziert, die dann überall rumfliegen. Keine Ahnung, wieso der Buddha das toll findet. Ich bin beim Einzug natürlich gleich in ein Fettnäpfchen getreten, als aich so ein Styropording entsorgen wollte, weil ich dachte, da hätte jemand halt was vom Mittagessen übrig gelassen.

Aber Tempelchen muss sein.

Veröffentlicht am Mittwoch, 15. Jul 2015  um 15:10:00

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Regenzeit

Die Regenzeit hat dieses Jahr lang auf sich warten lassen; bisher hatte es tagsüber immer bis zu 38 Grad und geregnet hat es nur ab und zu mal. Gestern kam dann schon ein ziemlicher Sturm auf und obwohl wir noch trocken nach Hause gekommen sind, hat es dann nachts angefangen und heute Morgen hat es das erste Mal gegossen. Mit dem weiterhin gemieteten Moped (die Papiere von unserem 2nd-Hand-Stinker sind immer noch nicht fertig) habe ich Cristina und Leo zur Arbeit bzw. Schule gebracht und wir sind mit unseren Regenjacken ziemlich nass geworden. Mein deutsches Fahrrad-Regencape hatte ich noch überlegt mitzunehmen, es dann aber da gelassen, weil ich mir dachte, das würde eh zu heiß. Stimmt auch fürs Fahrrad – die wenigen Leute, die hier radeln, sind alle ohne unterwegs, aber auf dem Motorrad benutzen sie alle sowas ähnliches. Na ja, kalt war's immerhin nicht.

Bei der großen Hitze hatte wir schon überlegt, in ansonsten bisher unbenuzten Carport einen "Swimming pool" (AKA besseres Planschbecken) zu installieren. Dank eines tollen "Features" der Häuser in dieser Reihe erledigt das der Regen jetzt quasi von alleine: das vordere Dach hat wie so ziemlich alle keine Dachrinne, so dass das Wasser direkt vor's Haus läuft. Innerhalb der Schwelle, die den Carport vom gemeinsamen Hof trennt natürlich, so dass schon nach zehn Minuten Regen einiges da rein läuft, und nach einer Weile steht er dann etwa fünf Zentimeter tief unter Wasser.

Unser Carpool - Bitte nicht vom Beckenrand springen! Carpool

Veröffentlicht am Montag, 8. Jun 2015  um 11:44:00

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Erste Schritte

Heute war etwas Zeit zum Sehenswürdigkeiten angucken. Nach dem Frühstück war allerdings erst mal Poolzeit, dann etwas rumorganisieren (Cristina hat morgen ihren ersten "richtigen" Arbeitstag hier im Büro) und noch eine ganze Weile lass-uns-noch-warten-is-so-verdammt-heiß-Zeit; nachdem wir uns dann zum Aufbruch per Mietfahrrad ($2 am Tag) entschlossen hatten, mussten da noch die zwei am wenigsten kaputten ausgesucht, aufgepumpt und erfolglos die Sattelhöhe des meinigen einzustellen versucht werden, so dass es am Ende nur noch für eine kleine Stadtrundfahrt und das Patouxai, den Vientianer Triumphbogen, gereicht hat.

Patouxai

Diesen massiven Bau hat das laotische Königshaus Ende der 50er mit dem Zement gebaut, den sie von den Amis zum Bau eines Flughafens geliefert bekommen hatten. Da steckt zwar offensichtlich viel Beton drin, aber für das Haus des einen oder anderen Hofschranzen wird's schon auch noch gereicht haben.

Blick vom Patouxai

Von oben hat man angeblich den besten Blick auf Vientiane, deswegen will ich euch den nicht vorenthalten. Das ist auch schon etwa die halbe Stadt, was man da sieht, arg groß ist das wirklich nicht. Ich habe den Verdacht, dass der Blick von den zwei Antennenmasten im Hintergrund noch etwas besser sein könnte, aber das muss ich noch rauskriegen, wie man da rauf kommt.

Ach, ehe ich's vergesse: wir haben ein Haus! Gestern haben wir eine Anzahlung gemacht und morgen können wir hoffentlich den Mietvertrag unterschreiben. Alle sagen, man soll sich damit Zeit lassen – immerhin haben wir uns einen Nachmittag gegeben. Mit einem Immobilienfuzzi, der Kollegen von Cristina schon ein Haus besorgt hatte, sind wir ein bisschen rumgefahren und haben uns eine Handvoll "Objekte" angeschaut, von der sonst ganz netten Bude eines Belgiers, der seine potthässlichen Möbel leider unbedingt drin lassen wollte (bzw. die Etage, die man ohne allzu hässliches Zeug hätte mieten können, hat keinen Zugang zum Garten), bis zu einem Chinesenstyle-Palast, der zwar sogar halbwegs bezahlbar war, aber uns mit einem Wohnzimmer von knapp der Größe unserer bisherigen Wohnung und vier Schlafzimmern ziemlich überfordert hätte, wenn wir nicht noch massenhaft Personal dazu besorgt hätten. Aber in einem Häuschen direkt am Mekong haben wir uns gleich alle wohl gefühlt und beschlossen, da gar nicht mehr lang rum zu machen. Zweistöckig, mit einem riesen Bambus im Garten, etwas außerhalb und drum sowohl bezahlbar als auch ruhig. Mal sehen, eigentlich wollen wir nächste Woche schon rein.

Veröffentlicht am Sonntag, 24. Mai 2015  um 00:00:00

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