Ausgefrochen partizipativ

Der Leo hat gestern wieder einen wunderschönen Neologismus gebracht, den muss ich als Beispiel für die unbewusste Anwendung von linguistischen Regeln mal zitieren. Dass das mit Spanisch und Portugiesisch gut geht, hatten wir ja vor längerer Zeit schon ("Isso se chama chamão"), diesmal war's Denglisch: "Das hat mich ausgefrochen!" – That freaked me out!

Dass das deutsche Partizip von freak analog zu dem von speak gebildet wird, leuchtet unmittelbar ein! Ich freche aus, du frichst aus …

Veröffentlicht am Sonntag, 26. Mär 2017  um 15:40:00

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Oh, Weißwörschd!

Das war Leos spontaner Kommentar angesichts dieses Straßengrills mit Bananen drauf.

Laotische Weißwürste

Schon witzig, er ist ja jetzt schon länger in Laos als er insgesamt je in Bayern war, aber so ein bisschen bayrische Sozialisation schlägt immer noch durch.

Die Generalisierung Grill → Würstchen; Würstchen+klein+weiß → Weißwürstchen ist auch cool, nachdem er Weißwürstchen auf dem Grill garantiert noch nie gesehen hat. Echt, ich schwör! Nicht mal bei uns. Nicht dass uns da noch jemand das Rosenheimer Jugendamt auf den Hals schickt. Sowas verjährt bestimmt nicht.

Veröffentlicht am Dienstag, 6. Dez 2016  um 21:43:00

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Umgezogen

Jetzt sind wir schon zwei Monate hier und ich hab's immer noch nicht erzählt: wir sind umgezogen. Das alte Häuschen war eigentlich ziemlich in Ordnung -- ein bisschen mehr Stauraum hätte schon sein dürfen, aber an sich war das OK. Das Problem fing so zwei Wochen nach unserem Einzug an, da hatte eine Nachbarsfamilie nämlich beschlossen, mit ihrem Grill und ein paar Bierkästen auf die Uferstraße hinter unserem Haus umzuziehen. Der wurde da immer gegen Mittag aufgebaut und dann bis am frühen Abend irgendwelche schwer definierbaren Tierstücke erhitzt, was man bei passendem Wind auch deutlich gerochen hat, aber das war alles noch lieb und nett. War ja auch im Großen und Ganzen eine Familienveranstaltung. Dann allerdings haben sie sich einen größeren Tisch und einen Lautsprecher besorgt und angefangen, Grillzeug zu verticken, so wie es an dieser Straße schon diverse mehr oder weniger etablierte Bars machen. Für den Lautsprecher hatten sie einen USB-Stick (der passende Player ist da ja mittlerweile immer gleich mit drin) mit etwa 90 Minuten Best of Lao-Pop, und der lief dann da von vorn bis hinten und dann wieder von vorn, abends gelegentlich unterbrochen von wenig talentiertem Karaoke (die Filipinos sind da echt besser). Da haben wir die Vermieterin gefragt, ob man die nicht irgendwie rauskomplimentieren kann, aber das hat sie wohl nicht geschafft. Wir wollten als gerade neu eingezogene auch nicht gleich auf die Barrikaden gehen und mit denen streiten; bis auf den Musik- und Fleischgeschmack gab's sonst nichts zu meckern.

Etwa zwei Monate haben wir gesucht, dann haben wir diesen Lao-Style-Palast hier am Ufer gefunden. Das ist ein riesiger Kasten, der in Deutschland locker für vier Stockwerke reichen würde; hier sind's zwei mit extra hohen Decken zwecks Raumklima plus ein Giebeldach rein zur Wärmeisolation. Kostet zwar einiges mehr als das Haus vorher (das war auch ziemlich billig für hiesige Verhältnisse), aber die Lage ist schon fantastisch. Jetzt sind wir direkt am Ufer ohne Straße dazwischen; hinter dem Haus ist eine ziemlich staubige Straße, aber zum Glück auch einige große Bäume, die viel abschirmen. Denn die Skala für "staubig" ist hier ebenso wie die für "heiß" etwas anders geeicht. Staubig heißt, wenn hier nach Einbruch der Dunkelheit etwas Verkehr ist, dann hat man etwa 150 m Sichtweite.

Terrassenpanorama Panorama von der Terrasse. Der "Dunst" ist keiner, das ist Staub.

Ich hoffe, das war's dann erst mal mit dem umziehen. Sieht gut aus, dass wir die restlichen zwei Jahre hier verbringen können.

Veröffentlicht am Mittwoch, 4. Nov 2015  um 00:16:00

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Taekwondo

Leo macht jetzt Taekwondo. Wir haben uns das kürzlich angeschaut, da gibt's ein sehr schickes neues Trainingszentrum, das Japan eigentlich für die Judo- und Karate-Mannschaft gesponsort hat, wo sich die anderen Weißkittel aber auch gleich angeschlossen haben. Anfangs war er recht skeptisch, aber als sie ihn mal die Schutzweste anziehen und mit einem anderen Anfänger, der schon ein paar Wochen dabei ist, sich gegenseitig haben einen vorn Latz treten lassen, war er schnell überzeugt. Sowohl davon, dass das doch eventuell Spaß machen kann als auch dass man vom Superheldenfilme gucken noch lang kein Ninja wird.

Hier probiert er seinen neuen Trainingsanzug und guckt schon mal ernst wie ein Ninja. Ninja

Ich bin ja schon schwer versucht, da auch ein bisschen als Senior Noob mitzumachen, wenn ich ihn schon immer hin bringen darf. Aber vor allem wegen der schönen weißen Uniformen und der Mitgliedschaft in der glorreichen WTF! World Taekwondo Federation

Veröffentlicht am Samstag, 25. Jul 2015  um 23:38:00

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Gerhard Polt und die Psycholinguistik von LC_COLLATE

Ich hab gerade meine persönlichen Nikolausi-Momente und muss mir den Polt immer wieder ins Gedächtnis rufen, wenn ich dem frechen Rotzbub eine schmieren™ will.

Der Leo lernt ja grad so einiges Englisch in der Vorschule, unter anderem auch den "Alphabet Song". So hieß er zumindest bei uns in der Schule, aber da haben wir britisches Englisch gelernt, wo sich "dabbljuh eks and wai and zett" auf "nau ei nou si alfabett" reimt. Weil die Amis weiterhin drauf bestehen, U+005a "zzieh" zu nennen, bloß damit die singenden alten Typen mit den langen Bärten sich keinen holprigen neuen Namen merken müssen, tut's das natürlich nicht mehr und sie müssen die letzte Zeile zu "nau ei nou mai äibisieh" trivialisieren.

Das ginge noch. Jetzt hat aber Leo das Lied so grob melodiemäßig abgespeichert, so wie ich, sagen wir, ein tibetanisches Weihnachtslied lernen würde. Die Mitte lautet dann "äitsch ai tschäi käi ellomellopih" und am Ende verwurschtelt sich's noch mal etwas mit "dabbljuh äitsch nou mai äibisieh". Das singt er täglich so gefühlt 200 Mal, 20 Minuten Mopedfahrt auf Dauerschleife kriegt er aber auf jeden Fall hin – die Fahrt ist ja auch trotz des für den Fahrer recht spannenden laotischen Verkehrs stinklangweilig für ihn. Das meißelt sich ganz schön tief in die Synapsen ein, wenn man das so fleißig übt, drum versuche ich den Text gelegentlich zu korrigieren.

Nö.

Hätte ich nicht gedacht, dass so ein paar erfolglose Korrekturversuche so aggressiv machen können – aber der Polt wird schon auch so ähnlich auf den Sketch gekommen sein.

Ich habe ja schon den Verdacht, dass sich sowas auf die mentale Darstellung des Alph- 'tschulding: Abehzehs auswirkt, aber das kann man leider erst in 1-2 Jahrzehnten testen. Irgendwann mach ich dann mal so einen Versuch und nerve den Leo mit Buchstaben, die er alp^Wabehzeh-isch einsortieren muss, und schaue, wie lang er dafür braucht. In der Mitte und am Ende dürfte es zwei deutliche Peaks geben.

Wenn ich diesen Text per WaybackMachine oder beim Abstauben alter Git-Repositories denn mal finden und mich dran erinnern sollte …

Veröffentlicht am Mittwoch, 15. Jul 2015  um 10:11:00

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