Porn Phone

Leo war gestern auf einem Kindergeburtstag von zwei Mitschülerinnen. Die Mutter von den beiden kannte ich zwar so vom sehen, aber ich wusste bisher nicht, wie sie heißt: sie hört auf den schönen Thai-Vornamen Jiraporn (จิราภรณ์).

Bei jemandem, der regelmäßig mit Jira arbeiten muss, sorgt das natürlich für nur mühsam unterdrücktes Gekicher; dabei ist der Name ganz harmlos (wenn auch für Atlassian-Geschädigte von einer eigenen Ironie) und heißt nur sowas wie "gesegnete Jira". Auch andere Kombinationen wie Chaiyaporn ("Sieges-Segnung" – eine idiomatischere deutsche Übersetzung verkneif ich mir mal. Reicht ja schon, wenn ich wegen meiner Überschriften auf den Zensurlisten in der Kategorie "nicht jugendfrei" lande) oder Amporn ("heimliche Segnung") sind ziemlich häufige Namen.

Man (also die Thais) kann das noch steigern. Warum man z. B. ein anscheinend für die Haut gedachtes Olivenölderivat "Höfliche Segnung" nennen muss, erschließt sich mir nicht wirklich, aber die machen das: Supaporn

Der Grund für die unfreiwillige Witzischkeit™ ist die Tradition in Thailand, Wörter nach britischer Aussprache zu romanisieren und dabei gelegentlich noch die Länge der Vokale unter den Tisch fallen zu lassen. Das r dient dabei nur dazu, dass es /pʰɔn/ statt /pʰon/ heißt, aber nicht /pʰɔːn/ und schon gar nicht /pʰɔɹn/. Die Laoten machen das mehr französisch und hängen dafür unnötigerweise stille e an; hier schreibt man das selbe Wort "phone". Auch ab und zu ganz lustig:

Kai Am Phone Hm, also ໄ່ກ່ (Kai) heißt Huhn. Warum jetzt die Laoten ihre Hühner heimlich segnen und anschließend ein Gasthaus danach benennen, ist mir noch unklarer als die Sache mit dem Olivenöl, aber man muss ja nicht alles verstehen.

Ach übrigens, habt ihr schon was gespendet? Nein? Dann aber auf jetzt!!!1elf

Veröffentlicht am Donnerstag, 25. Feb 2016  um 11:20:00

Tags: sprache

Team Dai Challenge 2016

Logo Team Dai Es sind jetzt fast 10 Jahre, seit ich sowas zum letzten Mal gemacht habe, jetzt ist mal wieder Zeit für eine Charity-Tour! Diesmal mit den Fahrrad statt dem Auto: die Team Dai Challenge 2016. Team Dai (ໄດ) ist eine lokale Gruppe von Radlern, die diese Tour/Rennen jetzt zum neunten Mal ausrichten. Letztlich geht es natürlich um's gemeinsam ankommen, aber es werden schon Zeiten gemessen, und einige von den Jungs (und Mädels – die sind dieses Jahr erstmals sogar in der Mehrheit) sind ganz schön hart drauf. Ich war jetzt dreimal beim Training dabei; die ersten zwei waren wohl zum Eingewöhnen für die Anfänger, zügig aber nicht ungemütlich, während das letzte mit einem Schnitt von 26,5 mit Sicherheit meine schnellsten 120 km überhaupt waren.

Die Kilometer sind etwas bescheidener als letztes Mal: 450 km statt 16.000 – aber dafür haben wir ein höheres Spendenziel: wir wollen 10.000 US$ für Vientiane Rescue zusammenkriegen. Die sind in ganz Laos das einzige, was einem Verkehrsrettungsdienst nahe kommt, und kratzen mit einem Team komplett aus Freiwilligen jeden Monat hunderte von Leuten von der Straße. Die Krankenhäuser haben zwar auch alle ihre Ambulanzen, aber die wollen alle erst mal Geld sehen (so viel zum Thema Sozialismus™), bevor sie einen irgendwo hin fahren. Da das natürlich bei frisch verunfallten überhaupt nicht geht, werden die teuren Gefährte bloß für Krankentransfers von einem Krankenhaus zum anderen benutzt. Mit $ 10.000 können die fünf Monate lang ihren Sprit, Verbrauchsmaterial und die eine oder andere Reparatur bezahlen.

Also, falls noch jemand uneingelöste gute Vorsätze fürs Neujahr hat oder sonst sichergehen will, dass er mit ein paar Tagen Kippengeld garantiert ein paar Unfallopfer ins Krankenhaus bringt: Hier kann man spenden! Da gibt's übrigens auch eine interessante Reportage von AlJazeera über die. Einiges davon war mir auch neu; den Anteil von 80 %, die hier ohne Führerschein fahren, hätte selbst ich mir in meinen zynischsten Träumen nicht vorgestellt.

Seit mir dieser Kleinbus in Galapagos wieder eingefallen ist, hatte ich allerdings noch eine andere Idee. Feuerwehr Seligenstadt/Sta. Cruz Falls jemand Kontakt zu einem Rettungsdienst o.ä. hat, der auch gern so ein Fahrzeug spenden möchte: da würde ich auch noch mal zwei Monate Urlaub für nehmen und das überführen!

Veröffentlicht am Dienstag, 16. Feb 2016  um 19:52:00

Tags: reise

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