Thailand: Fail

Gestern haben wir beschlossen, dass wir jetzt endlich mal Nong Khai anschauen gehen, den Grenzort auf der thailändischen Seite. Bisschen Handtücher und vernünftiges Geschirr und so einkaufen, das man hier nur sehr teuer bekommt, und auch einfach mal wieder raus aus der Stadt. Unsere Multiple-Entry-Visa haben wir ja schon eine ganze Weile, es gab nur bisher nie so recht eine Gelegenheit.

Guter Plan. Ging auch ganz prima, obwohl wir eher spät aufgestanden sind und gerade noch den Bus erwischt haben, der von der Station in der Stadt zur Grenze fährt. Der fährt auch bis auf die Thai-Seite – nächstes Mal nehmen wir aber den Linienbus, der erstens alle Nas' lang fährt und zweitens auch bei uns in der Nähe hält; so müssen wir nicht erst 20 Minuten in die Stadt rein fahren und nachher mit dem Bus wieder raus, wenn die Route schon 300 m vor unserem Haus vorbei geht.

Jeder von uns hat jetzt mindestens zwei Pässe, den normalen deutschen und den Dienstpass. Leo hat drei, den ecuadorianischen noch dazu. In dem ecuadorianischen ist sein Visum für Laos, weil er die beiden anderen noch nicht hatte, als wir weg sind. Also sind wir mit dem ecuadorianischen aus Laos raus, schnell über die Brücke, und da wollten wir mit dem deutschen Dienstpass rein. Haben die Thais aber nicht erlaubt, weil da kein Ausreisestempel drin ist. Total bescheuerte Regelung, denn wenn man fliegt, interessiert das keine Sau. Mit dem ecuadorianischen ist er aber auch nicht rein gekommen, denn Ecuadorianer brauchen in Thailand ein Vorab-Visum, "on arrival" geht nicht. Also wieder rüber nach Laos und fragen, ob sie ihm den Ausreisestempel nicht in den deutschen Pass machen könnten. Najaaa … also wenn's ein Pass vom selben Land wäre, dann ginge das. Den Fall, dass der Pass mit dem Visum schlicht voll ist und dann ein neuer gestempelt werden muss, den gibt's ja öfter. Aber Visum in einem und den Stempel in einem anderen aus einem anderen Land, das geht gar nicht, und offenbar hatte das auch noch niemand von denen jemals gesehen. OK, ist ja nicht das erste Mal, dass Leo irgendwelche Bürokraten überfordert.

Leo hatte also keine Chance, überhaupt nach Thailand zu kommen. Als wir schon aufgeben wollten, haben wir festgestellt, dass ich jetzt fast das selbe Problem hatte: ich war in Thailand vor Leo dran, deswegen hatte mein Pass schon den Einreisestempel. Ohne den passenden für die Ausreise wollten mich die Laoten aber auch nicht wieder rein lassen. Also wieder zurück. Die beiden anderen haben sich dann schon in den Bus zurück gesetzt, und dann erst haben wir beschlossen, dass ich mich wenigstens mal ein bisschen umschauen gehe, damit die Aktion nicht ganz für'n Fuß war.

So, war ich immerhin mal in Thailand. Nong Khai ist auch nicht der Hit, aber immerhin haben sie bezahlbare Handtücher. Man sollte schließlich immer wissen, wo sein Handtuch ist.

Veröffentlicht am Sonntag, 6. Sep 2015  um 21:44:00

Tags: land

Buddhatag

Neulich (schon wieder eine Weile her, aber ich komm ja net zum blogg0rn) war Buddhatag. Das ist keins meiner blöden Wortspiele; der wird zumindest auf Englisch wirklich so genannt und ist einer der wenigen buddhistischen Feiertage, wo mal tatsächlich die Arbeit ruht, zumindest für einen halben Tag. Wir haben ihn zum Anlass genommen, mal ein paar Tempel zu besuchen, was wir bisher fast komplett hatten bleiben lassen. Normal ist das ja das erste, was Laosbesucher anschauen, aber hier hat's einfach derartig viele davon, dass uns das gar nicht sonderlich gereizt hat.

Jetzt aber. Himmel und Hölle haben wir ja schon im Buddhapark gesehen dass hier beliebte und sehr grafische Darstellungen sind. Himmel und Hölle

Dieses Detail finde ich ja besonders schön, wie sie sich in der Volksrepublik™ Mühe mit der Darstellung der himmlischen Belohnungen geben: hätten Sie's lieber in Euro, Dollar, Baht oder Kip? Himmlischer Zaster

Eigentlich heißt der Tag Asana Bucha nach der ersten Predigt, die Buddha der Geschichte nach vor seinen Schülern und diversen Hirschen gehalten hat. An diesem Tag fängt hier auch die "buddhistische Fastenzeit" an – die Mönche ziehen sich zur Regenzeit zum meditieren in die Klöster zurück, und die normalen Leute machen sich viele gute Vorsätze, nicht mehr so viel zu saufen und so, wie die Abendländer auch. Vorher wird natürlich noch mal ordentlich gefeiert, damit man auch weiß, warum man's in Zukunft bestimmt nicht mehr so übertreiben will.

Traditionell leben die Mönche nur von Almosen. In Luang Prabang ist das eine der großen Touriattraktionen (wir waren noch nicht mal da), wenn die morgens immer durch die Straßen ziehen und von den Leuten Essen bekommen. Das ist hier zwar nicht mehr so, aber man erinnert sich, dass sich diese Praxis schlecht mit sich zurückziehen und meditieren verträgt, drum kriegen die alle zum Buddhatag noch mal ordentlich Gaben. Jeder Mönch stellt eine Schüssel hin, und die Leute füllen sie. Traditionell eher mit Reis und Trockenfisch und so, heute mehr mit Junk Food. Schalenbefüllung

An den Bäumen werden die Erdgeister mit Wasser bedacht (komische Tradition in der Regenzeit – man meint, die Erdgeister hätten um diese Zeit gerade von Wasser die Nase voll), Kerzen für sie angezündet und Klebreisbällchen und ausgewählte Nestlé-Produkte hinterlegt. Sogar echte Milch war hier dabei, die Erdgeister scheinen also nicht von der verbreiteten Laktoseintoleranz betroffen zu sein. Erdgeistwässerung Erdgeistfütterung

Die verschiedenen Erleuchteten werden traditioneller ernährt: lecker Klebreis und das eine oder andere Obst. Der Keks war wohl ein Versehen, den hat sich dann gleich ein Kind geschnappt. Ricers

Wenn sie mal eine Pause vom Meditieren brauchen, bauen die Mönche ziemlich beeindruckende Renn-Kanus. Das hier dürfte gute 15 m lang sein und war nicht das längste. Ende Oktober findet hier ein großes Bootsrennen auf dem Mekong statt, und die Mannschaften sind schon fleißig am üben. Rennkanu

Veröffentlicht am Mittwoch, 2. Sep 2015  um 13:54:00

Tags: land

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